Rütter bei Vox

  • Hat heute jemand zufällig Rütter gesehen? Ich kannte schon einige Szenen aus der Vorschau. Als sie den Hund dann gezeigt haben und Rütter der Halterin seine Vorgehensweise erklärt hat, habe ich umgeschaltet. Ich hatte in dem Moment Tränen in den Augen und selbst mein Mann rief ganz fassungslos vom Küchentisch: Neee oder?


    Ich bin immer noch sprachlos. Rütter hatte ja vor kurzem schon einen Angsthund, bei dem er bewiesen hat, dass er von Angsthunden keine Ahnung hat. Aber wenigstens hat er den nicht drangsaliert. Aber einen Angsthund, der neben vielen anderen Ängsten Angst vor fremden Menschen hat, von genau diesen fremden Menschen mit Wasserflaschen drangsalieren zu lassen :wand:


    Wie gesagt, ich habe die Folge nicht gesehen. Ich konnte nicht smtraurig

  • Ich habe es gesehen. Am Anfang war ich auch total erschreckt, wie er vorgehen wollte. Aber der Hund hat sich komplett anders verhalten, als erwartet. So ist Rütter umgestiegen auf seine normalerweise angedachte Variante bei normalen Hunden. Unterm Strich hat er dem Hund sehr geholfen, auch wenn später die Flasche doch nochmal zum Einsatz kam.

    Ich fand gut, dass er erklärt hat, dass der Hund warnen und drohen darf, so lange er hinter Frauchen bleibt. Und dass, nicht jeder mit der Flasche bei jedem Hund rumhantieren soll.

  • Ich habs mir angeguckt und war wirklich geschockt.

    Die kleine hat sich nach der Aktion mit der Wasserflasche nicht mehr richtig nach draußen getraut. Da meinte Rütter dann "Das ist genau das, was wir wollen." watissmsmwuetend

    Später erklärte er dazu dann noch, dass er halt möchte, dass sich die kleine lieber aus Angst hinter Frauchen versteckt, als nach vorne zu gehen. smtraurig

    Mir hat die kleine soooo leid getan smweint

  • Später erklärte er dazu dann noch, dass er halt möchte, dass sich die kleine lieber aus Angst hinter Frauchen versteckt, als nach vorne zu gehen.

    Das ist genau mein Problem, es wird nicht an der Ursache gearbeitet, der Hund soll einfach funktionieren. Die Kleine hat immer noch Stress, aber den wird sie jetzt schön verstecken und in sich reinfressen smtraurig

  • Unterm Strich hat er dem Hund sehr geholfen, auch wenn später die Flasche doch nochmal zum Einsatz kam.

    Naja, das Frauchen sollte mit der Wasserflasche ja auch noch alleine weiter machen. Immer wenn der Hund nach vorn geht, gibt's ne Dusche.

    Hilfreich finde ich das definitiv nicht.

    Auf Dauer kann das meiner Meinung nach nicht gut gehen.

  • Hallo,

    hm... ich hab es auch gesehen.

    Erst war ich auch schockiert, weil der Kleine echt so aussah, als würde er sich gar nicht mehr raustrauen.

    Aber als er dann draußen lief, sah es doch eher entspannt aus, hat sich an Frauchen orientiert und lief nicht mehr ständig auf Spannung rum.

    Ich fand es gar nicht so schlecht das Ergebnis.


    Ganz ehrlich, Kiwi hat ja auch ständig meine Schwiegereltern versucht von unserem Grundstück fernzuhalten, obwohl wir ja auf dem selben Grundstück wohnen, Haus an Haus. Ich mußte immer Angst haben, daß Kiwi sie anmacht, wenn sie zu uns rüberkam.

    Dann hat meine Schwiegermutter auch mal die Wasserflasche genommen und sie ordentlich nass gemacht und siehe da, seit dem darf sie ungestraft aufs Grundstück kommen und Kiwi läßt sie in Ruhe. Ist dabei aber völlig entspannt, nur halt nicht mehr auf Krawall ihr gegenüber aus.

    Also da hat es auch geholfen und trotzdem hab ich den Eindruck, daß Kiwi sie jetzt aktzeptiert und plötzlich darf sie sie sogar streicheln. Nur einmal rüber, aber Kiwi läßt es geschehen ohne zuzuschnappen. Und das gab es vorher noch nie.

    Also ich weiß nicht warum, aber sie hat trotz dem Wasserschwall keine Angst vor meiner Schwiegermutter. Eher hab ich den Eindruck, daß sie sie seit dem irgendwie respektiert.


    Und ganz ehrlich, mir ist es lieber, sie bleibt, wenn Fremde in der Nähe sind, ganz ruhig neben mir als wenn sie ständig nach vorn geht und jeden bedroht und im Ernstfall beißt. Und wie Rütter schon sagte, der Hund (und auch Kiwi) wird nie Fremde lieben, deshalb ist es mir dann auch lieber, sie bleibt bei mir und läßt die Fremden wenigstens in Ruhe. Und wir reden hier ja nicht von Gewalt, sondern nur von einem Schrecken.


    gruss heike

  • Hallo,

    aber wenn man nun partout mit aller Liebe der Welt den Hund nicht dazu bringen kann, Fremde in Ruhe zu lassen und nach vorn zu gehen, ist dann nicht einmal ein kleiner Schrecken besser, als ständig das Gefühl beim Hund angreifen zu müssen?

    Bei Kiwi hat tatsächlich ein einziger Wasserstrahl gereicht, daß sie nicht mehr angreift und wie ich sagte, sie hat trotzdem vor ihr jetzt keine Angst, sondern respektiert sie eher als vorher.


    Aber ich finde es ja immer süß, wenn Rütter sagt, wie aggressiv ein Hund für ihn ist. Da hat er echt Kiwi noch nicht kennengelernt. Da kommen die anderen Hunde wie zarte Lämmchen für mich rüber.


    gruss heike

  • Das Gefährliche an solchen Methoden ist für mich, dass es immer Menschen geben wird, die sie einfach nachmachen. M. Rütter hat zwar zum Schluss gesagt, dass man diese Methode nicht einfach bei jedem Hund anwenden sollte, aber sowas wird ja gerne überhört, zumal es auch nur eine Randbemerkung war.

  • Heike, es mag ja sein, dass in Eurem Fall der einmalige Einsatz der Wasserflasche geholfen hat. Glück gehabt. Denn es hätte ebensogut nach hinten losgehen können. Kiwi wäre in ihrer Annahme, die Schwiegermutter ist doof, bestätigt worden und hätte sie noch mehr attackiert.


    Mein Problem fing in der Folge ja schon viel früher an. Der Hund kam rein, verzog sich unter den Küchentisch und Rütter fing an, den Hund körperlich zu bedrohen. Er zwang ihn regelrecht zu reagieren, obwohl man deutlich gesehen hat, der Hund würde sich der Situation lieber entziehen. Was soll das? Das Gleiche hat er vor einigen Folgen mit dem Border gemacht, der immer geschnappt hat, wenn was auf den Boden fiel. Da hat er auch solange provoziert, bis der Hund reagieren musste. Ich mache sowas NIE, wenn ich zu einem Hund komme. Klar teste ich auch Dinge aus, aber meißt kriegt man ganz schnell ein Gefühl dafür, was der Hund braucht, damit er nicht reagieren muss. Und genau da beginnt mein Training. Der häufigste Satz, den ich von meinen Kunden höre: Komisch, bei dir ist der Hund völlig anders. Meine Antwort: Jetzt wisst ihr, wie sich euer Besuch verhalten muss. Und dann erarbeiten wir uns Stück für Stück den Alltag. Das dauert natürlich sehr viel länger und ist sehr viel weniger spektakulär als das, was Rütter da zeigt. Aber es ist nachhaltig und hilft dem Hund wirklich aus dem Stress.

  • Ich glaub, der Zwerg war sogar noch am Tisch angebunden und konnte sich der Situation gar nicht entziehen, obwohl er deutlich nach hinten ausweichen wollte.

    Du meinst doch die Situation, wo der Rütter sich über das Sofa beugt in Richtung des Hundes, oder?

  • Bei dem Border saßen mein Mann und ich hier auch fassungslos. Und dann hieß der Border ja auch noch Milow.


    Ich frage mich auch immer wieder, wie man es als Halter zulassen kann, dass der eigene Hund so bedrängt und bedroht wird, obwohl man doch sieht, dass er Angst hat und einfach nur weg möchte. smtraurig


    Leider muss es für die Sendung ja schnell gehen, spektakulär sein und spannend noch dazu.

  • Zitat

    Klar teste ich auch Dinge aus

    muss ja auch sein, kein Thema. Aber um zu testen, Wieder Zwerg auf so eine Situation reagiert, muss er nicht noch angebunden werden.

    Wenn ich überlege, ich bin irgendwo angekettet und es kommt ein fiese Spinne auf mich zu, wird mir ganz anders...

  • Ich habe gestern einen Rütter gesehen, dem der kleine Hund leid getan hat. Er wollte sehen, geht sie nach vorn oder zurück. Er hat sie kurz bedrängt. Finde ich jetzt nicht schön aber auch nicht tragisch. Er hat betont, dass er eigentlich bei diesem Hund an dem Aufbau von Selbstvertrauen arbeiten würde. Da diese Hündin aber heftig reagiert und nach allem beißt, was sich um sie herum bewegt, musste eine "schnellere Lösung" her. Daher die ÜBERLEGUNG heftig zu korrigieren. Auf der Trainingwiese zeigte sich der Hund wesentlich entspannter, mit einer Tendenz zum territorialen Verhalten, weshalb sie in ihrem Zuhause heftiger reagiert. Es wurde ein Apportierspiel angeboten, welches die Hündin sehr begeistert angenommen hat. Also hat Martin zunächst an einem freudvollem Alternativverhalten arbeiten lassen. Nämlich dem Apportieren. Einem zukünftigem Alternativverhalten. Dieses wurde auch vor dem Eingang ihres Zuhauses ordentlich aufgebaut. Dort fiel es der Hündin schon deutlich schwerer und sie hat sich unsicher kontrollierend verhalten. Konnte sich aber doch auf den Beutel einlassen.


    Als der Mensch kam und sie nach vorne ging, nicht vergressen, sie beißt Menschen, wurde sie mit Wasser korrigiert. Sie fand das doof und wurde unsicher. Danach hat sie sich zunächst nicht mehr aus dem Haus getraut. Das war eine unmittelbare Reaktion. Danach haben die Halter sich zu ihr gesetzt und sie gestreichelt.


    Danach sollte die Halterin allein trainieren. Es blieb unklar ob sie einmal oder öfter die Wasserflasche eingesetzt hat. Ich habe es so verstanden, dass sie einmal heftig korrigiert wurde. Gleichzeitig wurde drinnen trainiert, dass sie bei Besuch in die Box gehen soll und intensiv das tolle Apportierspiel geübt.


    Am Ende sah ich einen Hund der draußen bei Menschen lieber Schutz bei ihren Menschen gesucht hat. Denn die anderen Leute sind zwar beängstigend aber bei Frauchen ist es sicher. Sie hat nicht gelernt dass Frauchen eine Bedrohung ist und schon gar nicht, dass sie ihre Ängste unterdrücken soll. Sie durfte lediglich nicht nach vorne gehen.


    In der Wohnung wurde erreicht, das der Hund nachdem er sich in der Box beruhigt hat, raus durfte und sich getraut hat die fremden Menschen zu beschnuppern. Ganz vorsichtig aber sie hat sich getraut.


    Bei dem Schlußgespräch habe ich einen Hund gesehen, de vor dem Haus lässig auf einer Pobacke gesessen hat und sehr entspannt wirkte. Nicht wie ein Hund der seine Emotionen rein frisst.



    Der Knackpunkt ist halt, dass die meisten Hundehalter eine schnelle Lösung suchen und denken, allein mit der Wasserflasche ist alles zu erreichen.

  • Danke, Ina, so habe ich das auch gesehen! :thumbdown:

    Man mag darüber streiten, ob es fahrlässig ist, überhaupt in so einem Format den Einsatz von Wasserflaschen zu erwägen, eben weil man nicht absehen kann, was dann irgendein unbedarft er Dödel zu Hause macht, aber sonst...

    Dass die kleine Ilka bei Rütters Tests unterm Tisch angebunden war, fand ich insofern nicht schlimm, als sie ja eben gerade ein Hund ist, der - nach Aussage der Halter - NICHT zurückweicht, sondern wirklich nach vorne geht und beißt.

    Was mir übrigens sowohl bei der Kleinen gestern, als auch bei dem ähnlich gestrickten Mini-Aussie neulich gefallen hat, ist, dass seine Strategie nicht darauf rauslaufen sollte, dass der Hund jeden toll findet und sich von allen streicheln lässt, sondern dass er "aus dem Verkehr gezogen" wird und lernt, diese erst faktische, später virtuelle Intimsphäre als Schutz zu betrachten, das ist im Grunde das, was ich immer als Ronnie "Käseglocke" bezeichnet habe, da zu sein, aber dabei unantastbar zu sein.

    So unterschiedlich kann da die Wahrnehmung sein...

    Für Ronnie wäre diese Spritzerei übrigens insofern nie in Frage gekommen, weil bei ihm Territorialität nie eine Rolle gespielt hat, sondern es immer nur um ein "Fass mich nicht an" und seine Individualdistanz ging, da gab es auch keinen Unterschied zwischen zu Hause und anderswo.

  • Danke, Ina, für Deine ausführliche Schilderung. Ich hoffe, die Herangehensweise wird von vielen Hundehaltern so differenziert wahrgenommen wie von Dir.


    Für Ronnie wäre diese Spritzerei übrigens insofern nie in Frage gekommen, weil bei ihm Territorialität nie eine Rolle gespielt hat, sondern es immer nur um ein "Fass mich nicht an" und seine Individualdistanz ging, da gab es auch keinen Unterschied zwischen zu Hause und anderswo.

    Der Einsatz der Wasserpistole hat doch nichts mit Territorialität zu tun, sondern damit, dass der Hund nach vorn geht.

  • Na ja, in dem Kontext nach Rütter schon, weil es zu Hause dann nicht (nur) darum ging, dass der Hund aus Angst zubeißt, sondern dass er sich als (überforderte) Ordnungspolizei aufspielte.

  • Hallo,

    danke Elliot, genau so habe ich es auch wahrgenommen.

    Und natürlich muß er fürs Fernsehen erst einmal kurz zeigen, also den Hund testen, wie er reagieren würde, würde er in die Enge getrieben werden, sonst kann man im Fernsehen doch das Problem auch gar nicht erkennen.

    Klar ist das in dem Moment für den Hund nicht schön, aber ich finde, daß der Rütter das schon sehr sensibel zeigt und auch sofort wieder aufhört, sobald man es erkennen kann.


    Ich hätte ihn schon gern mal hier, aber eigentlich ist mir klar, was er sagen würde, das Kiwi ein sehr aggressiver Hund ist den man mit allem Training der Welt nicht beibringen kann, daß Fremde toll sind, so wie er es gestern gesagt hat.

    Wobei Kiwi aber wesentlich eindrucksvoller zeigt, wie blöd sie Fremde findet.


    Übrigens habe ich schon mal einen Trainer hier gehabt, mit dem ich ein Jahr lang versucht habe, Fremde schönzufüttern. Das hat nicht mal im Ansatz Erfolg gehabt. Selbst nach einem Jahr fand sie ihn noch genauso doof wie am ersten Tag. Keinerlei Erfolg...


    Und nicht das ihr denkt, ich drangsaliere jetzt Kiwi jeden Tag 100x mit der Wasserflasche. Natürlich nicht...ich selbst habe es erst ein einziges mal angewendet. Da kam der Postbote und hat gefragt vorn bei Schwiegereltern, ob er mal auf Toilette dürfte. Und Kiwi war gerade vorn und wir so am quatschen und da ist sie natürlich an die Pforte geschossen. Ich hab so eine Angst gehabt, daß der die Hand auf die Pforte legt und da bin ich schnell mit der Flasche hin und hab einmal gespritzt und das Thema war erledigt. Sie haßt aber Wasser auch abgrundtief, deshalb funktioniert es auch bei ihr so gut.


    gruss heike