Spazieren gehen kann soooo schwierig sein...

  • ....und ist aus Aura's Sicht vollkommen überbewertet.


    Aura ist ein Laufhund und ich mache gerne ausgiebige Touren mit Hund durch die Natur (so jedenfalls mit meiner damaligen Husky-Hündin).


    An früherer Stelle hatte ich hier schon mal darüber berichtet....über Auras Probleme auf den Spaziergängen, wo sie gerne wie angenagelt stehen bleibt, ohne erkennbaren Grund. Damals dachte ich es sei Angst oder Unsicherheit. Das ist nun schon ca 3 Jahre her.


    Mittlerweile bin ich davon abgekommen....das Verhalten zeigt sie immer noch....Angst scheint es def. nicht zu sein, Unsicherheit vielleicht ein wenig....sie ist ja auf einem Auge blind, das spielt da sicher auch mit rein.


    Inzwischen bin ich fast sicher für sie ergibt es keinen Sinn eine Strecke von A nach B zu laufen wenn man diese auch mit dem Auto bewältigen kann....ok tragen könnte man sie auchsmsauer

    Futtersuchspiele, über Baumstämme balancieren o.ä. helfen da auch leider nicht um sie zu motivieren. Sie kommt zwar irgendwie mit, auch wenn sie frei läuft, aber seeehr langsam und Begeisterung sieht auch anders aus.

    Deswegen sind unsere Spaziergänge mittlerweise überschaubar kurz (manchmal nur wenige 100 Meter) und wenn's nach Aura geht auch nur die gleichen Wege.

    Gut dieser Sommer war außerdem viel zu heiß zum Laufen (Aura mag keine Temperaturen über 16°C)...und früh morgens ist der Hund noch zu müde um lange Strecken zu gehen smtraurig


    Ganz anders sieht es allerdings aus wenn der Rucksack gepackt wird mit den Dummy's oder für's Fährten oder auch nur die Gegenstände für die ZOS......da scheint das Laufen zum neuen immer unterschiedlichen Trainingsgebiet gar kein Problem zu sein....der Hund kann plötzlich pfiffig vorneweg laufen....völlig ohne Probleme.


    Ich schließe daraus, dass Aura für eine in ihren Augen erkennbare, sinnvolle Aufgabe durchaus bereit ist zu laufen.....aber wie gesagt auch nur dafür!!!

    Ok, ich habe mich ja auch inzwischen damit abgefunden :coffee: :cofeetwo:.....irgendwie entspricht Aura damit wohl sogar dem Zuchtziel der Meutehunde in Jägers Hand.....den Sommer über wird im Gehege mit er Meute abgehangen bis es dann im Herbst für wenige Wochen zur Jagd geht.......danach muss sich wieder ausgiebig gepflegt werden....smsleep


    Wäre mal interessant zu erfahren ob von euch jemand ähnliche Beobachtungen bei seinem Hund gemacht hat...

    LG Susanne

  • Futtersuchspiele, über Baumstämme balancieren o.ä. helfen da auch leider nicht um sie zu motivieren. Sie kommt zwar irgendwie mit, auch wenn sie frei läuft, aber seeehr langsam und Begeisterung sieht auch anders aus.

    Oh, das kannte ich bei Ronnie sehr gut!

    Ich war damals hochmotiviert, wollte meinen Hund beschäftigen, fördern, was mit ihm gemeinsam machen - und er fand es nur doof, hat höchsten mir zuliebe bisschen lustlos mitgemacht.

    Ronnie ist allerdings sehr gerne spazieren gegangen, aber eben einfach nur spazieren gega<ngen, mit viel Zeitung lesen und so.

    früh morgens ist der Hund noch zu müde um lange Strecken zu gehen

    smlachDas wiederum kenne ich von Hugo! Der ist abends zu müde, um lange Strecken zu gehen. Sobald der Herr zu Abend gegessen hat, zieht er gewissermaßen den Schlafanzug an und ist dann eigentlich nur noch für eine kleine Pipirunde zu haben. Je nach Laune tut er das dann auch unmissverständlich kund, indem er einem den Weg vertritt und einen durch Anspringen zum Umkehren motivieren möchte, wenn man die falsche Richtung (zur größeren Runde) einschlägt. Das macht er, wenn mein Mann abends allein mit ihm geht.

    irgendwie entspricht Aura damit wohl sogar dem Zuchtziel der Meutehunde in Jägers Hand.....den Sommer über wird im Gehege mit er Meute abgehangen bis es dann im Herbst für wenige Wochen zur Jagd geht.......danach muss sich wieder ausgiebig gepflegt werden....

    Nicht nur Meutehunde, auch Galgos leben nach diesem Muster: Hochleistung während der Jagdsaison, der Rest ist ganz viel Herumliegen und Chillen.

  • "Spazierengehen" ist eine typisch menschliche Aktivität. So etwas gibt es bei Hunden nicht. smverlegen

    Hast du gesundheitliche Probleme ausgeschlossen? Schmerzen können auch zu Bewegungsunlust führen. Wenn dann aber die Motivation durch Dummiesuche etc. Für den Hund groß genug ist, kann er/sie den Schmerz unter Umständen auch "ausblenden"

  • Schmerzen kann man ausschließen denke ich. Zwar hatte sie vor fast 1,5 Jahren einen Kreuzbandriss, ist aber alles sehr gut verheilt und die andere Seite ist auch ok.

    Wir sind ja quasi in Dauerbehandlung beim TA wegen Aura's Epilepsie......sie bekommt dauerhaft Medikamente und muss regeglmäßig zur Blutkontrolle....dabei wird der Rest mehr oder weniger mitkontrolliert....

    Klar dämpfen die Medikamente auch etwas.....das habe ich bei meiner Beschreibung allerdings schon mal grob rausgerechnet.


    Sie ist vom Typ her auch ein bisschen eine faule Socke....und das + Tabletten verdoppelt schon mal die Sache. Schade, ich kann hier keinen Film einstellen, sonst könnte ich mal das Lauftempo demonstrieren.....

  • Joyce hat auch öfter Probleme beim Spazieren gehen, allerdings ist das wohl auch etwas anderes als bei euch. Sie will nicht weiter bzw zeigt deutliche Stresssymptome, sobald der Radius von Zuhause oder vom Auto (wenn wir raus fahren) zu groß wird. In den letzten Monaten konnten wir den schon immer erweitern, aber es wird wohl noch dauern, bis sie unbeschwert überall laufen kann. Es ist dann auch nicht so, dass es einen offensichtlichen Angstauslöser gibt, sie ist auch nicht direkt ängstlich, sondern fühlt sich unwohl und gestresst. Wenn ich dann das Kehrt-Signal gebe, brauche ich sie nicht mal mehr belohnen, da das Umkehren an sich die Belohnung istjawollsm


    Hast du schon mal probiert, deinem Hund auch auf den normalen Spaziergängen eine Aufgabe zu geben? Dass sie zB etwas "wichtiges" trägt, oder bestimmte Dinge suchen/anzeigen muss? Oder, weil du sagst, dass du dich damit abgefunden hast, ist das okay für dich mit den kürzeren Spaziergängen?

  • Ähnliches kannte ich von unserem Barkhan. Als selbständig arbeitender

    tibetischer Hütehund, machte er auch nur die Dinge, die er als sinnvoll erachtete. Z.b. Apportieren gehörte definitiv nicht dazu. Spazieren fand er toll, wenn man mit ihm Baumstämme erklimmen, in Bachläufen baden, im Schlamm suhlen oder ähnliches machte smlach. Wenn er keinen Bock mehr hatte, blieb er kathegorisch stehen oder lief auch mal zum Auto hin.

    Morgens Aufstehen....ging gar nicht..... vor 10 Uhr war der Herr nicht zu gebrauchen. :morningbad:. Aber bei Agiliti war er ganz gross.... nur hat er den Parcours immer ohne mich gemacht und nie in der gewollten Reihenfolge, aber dafür in einem Höllen- tempo. :windhund:. Hatte keine Lust, liess er sich nur seeeehr schwer motivieren.

  • Zitat

    Hast du schon mal probiert, deinem Hund auch auf den normalen Spaziergängen eine Aufgabe zu geben? Dass sie zB etwas "wichtiges" trägt, oder bestimmte Dinge suchen/anzeigen muss?

    ....da lässt sie sich nicht austricksen....was tragen würde sie sowieso nicht und erst recht nicht über Strecken.....das lässt sie sich erst gar nicht beibringen, da stellt sie schon vorher auf STUR...


    Eine klizekleine Chance sehe ich noch....habe eine Gruppe kennengelernt, die mit den Hunden regelmäßig kleinere Touren im Wald laufen.....wenn es jetzt etwas moderatere Temperaturen hat werden wir uns da mal anschließen......wenn andere Hunde mitlaufen will sie scheinbar nicht die Spassbremse sein und bleibt in der Gruppe......mal sehen wie lange sie braucht um das zu durchschauen smlach

  • Ich habe, nicht nur bei Spaziergängen, bei Joyce einfach oft das Gefühl, dass sie, wenn sich ihr Sinn und Nutzen nicht erschließt, nicht weiter gehen will. Wie ein Kind, das eine Lust mehr hat...Es gibt ja immer wieder Leute, die sagen, dass man den Hund nur richtig motivieren/erziehen/führen muss, aber vielleicht gibt es auch einfach Hunde, die in das normale Halter-Hund-Gassi-Schema nicht rein passen?

    Ist jedenfalls gut zu lesen, dass ich nicht den einzigen "Sturkopf" habe, der manchmal selbst entscheiden will. Wobei das schon weniger geworden ist. Ich habe das Gefühl, je mehr sie mir vertraut, desto eher ist sie bereit, sich darauf einzulassen, auch mal weiter zu gehen oder in eine andere Richtung. Aber es ist immer mal wieder auch Überredungsarbeit nötig...:/

  • Lustig, ich erkenne in fast allen Postings ein kleines Stück von meinem sturen Esel. Er liebt spazieren, aber morgens stolpert er auch gerne mal über seine eigenen Pfoten oder man erwischt ihn beim Gähnen während der Kopf noch so tief hängt, dass er sich auf die eigenen Ohren treten könnte. Und bloss nicht zu früh aufstehen, Frauchen geht eh noch gefühlte 30 mal aufs Klo.


    Wenn es dann Heimwärts geht wird das Hundetier plötzlich richtig träge. Zwei Schritte nach rechts getorkelt, zwei Schritte nach links getorkelt, dann wieder etwas stehen bleiben, in die Weltgeschichte hinausstarren, da ein kleines Grashälmchen fressen und zwischendurch fällt das Tier auch einfach mal um und bleibt im kühlen, feuchten Gras liegen... Wenn er dann wider erwarten feststellt, dass es ja noch gar nicht nach Hause geht, dann kommt wieder Leben ins Tier und Herr Hund sprintet vorne Weg, die Rute freudig hin und her wackelnd. Aber wehe wir schlagen erneut den Heimweg ein, das Trauerspiel geht von vorne los. Meistens schleppe ich meinen Hund ab, ganz egal ob wir eine Stunde, zwei Stunden oder vier Stunden draussen sind. Draussen sein und Schnüffeln ist für ihn das Grösste. Vor dem Umzug konnte man ihn sehr gut mit Suchspielen begeistern, seit dem Umzug findet er das leider auch gar nicht mehr so spannend und verliert nach ein oder zweimal bereits das Interesse. Ich verstehe nicht ganz warum oder was sich verändert hat. smweißnicht
    Lennox hegte noch nie besonders nachhaltiges Interesse an irgendwas. Leckerlie, egal wie hochwertig, verlieren nach ein oder zwei Tagen ihren Reiz. Spielzeuge, egal wie gehypet er darauf ist, nach einem Tag guckt er das Ding mit dem Hintern nicht mehr an. Aber Suchspiele waren bislang immer das Highlight, da ging der ab wie ein Zäpfchen. Nur jetzt leider auch nicht mehr. Ich finde es ziemlich schwierig, da noch eine geeignete Motivation zu finden. ||


    Theoretisch ist Lennox momentan zufrieden wenn er Zeitung lesen, rennen, Gras fressen oder sich in Gras (egal of hoch und feucht oder gemäht und warm) wälzen kann. Sein perfekter Spaziergang beinhaltet all diese Dinge. Und ganz am Schluss möchte er einfach mit mir im Gras liegen und gestreichelt werden. Jammern auf hohem Niveau, ich weiss, aber ich möchte doch so gern was macheeeeeeeeeeeeeeeeeeeen. smsofort

  • Ist ja schon mal interessant zu lesen....zumindest stehen wir mit unserem "Problem (chen)" nicht ganz alleine da schands


    In meinem näheren Umfeld konnte ich bisher ein solches Verhalten noch nie beobachten.

    In unserer Dummygruppe z.B sind vorwiegend Hunde vom Züchter (Labradore u. Schnauzer), die von Welpenbeinen an bei ihren Besitzern sind. Bei denen würde ich fast sagen die hinterfragen erst gar nicht, die gehen kommentarlos mit wenn Herrchen/Frauchen sich in Bewegung setzt......Gut meiner kommt ja auch mit.....kann aber etwas deulich zeitversetzter sein.....In angeleintem Zustand ist dabei immer eine leichte Spannung nach hinten, d.h. Aura läuft i.d.R. einige Meter hinter mir und benötigt zwischendurch immer mal wieder eine Aufmunterung für's weiterlaufen......beutze ich allerdings meinen Doppelpfiff ist sie im Vollspeed mit flatternden Ohren bei mir....und vollkommen aufmerksam....daran zeigt sich, dass es geht....jawollsm

  • Ich weiß nicht ob das bei euren Hunden mangels Sinn so ist das sie nicht laufen mögen.smweißnicht


    Ich denke die Motivation zum nicht Gassi wollen ist bei jedem von euren Hunden eine andere.


    Sicher gibt es Hunde die keine Marathons laufen mögen,aber Gassi gehen hat für mich auch was mit Neugierde ,Offenheit , Kontaktaufnahme per "Zeitung" lesen zur Umwelt und was erleben wollen zutun.


    Geht dabei nicht um Strecke machen!

    Kann das grad nicht anders ausdrücken.

  • Zitat

    Sicher gibt es Hunde die keine Marathons laufen mögen,aber Gassi gehen hat für mich auch was mit Neugierde ,Offenheit , Kontaktaufnahme per "Zeitung" lesen zur Umwelt und was erleben wollen zutun.



    Geht dabei nicht um Strecke machen!

    Dieses Gassi-gehen / Zeitung -lesen ist auch noch mal was anderes.....klar geht es da nicht um Strecke machen, das ist in Auras Fall dann rund um's Haus oder mal 50 Meter in der Botanik......

    ....Nur 3 mal am Tag ca. 50 Meter Gassi gehen ist halt auch schon sehr wenig.....deswegen gibt es bei uns auch Spaziergänge die etwas länger ausfallen und wo der Hund dann auch mitkommen soll.

  • Hatte das etwas anders gemeint.


    Mir ging es darum das es für den Hund nicht wichtig ist wieviel Strecke er macht sondern um die Aktivität das Sachen erleben ,damit meine ich nicht ständige Action auf dem Spaziergang sondern auch einfaches erkunden mit der Nase.

    Und da finde ich das bei keinem Hund normal wenn er dafür kein Interesse hat.

    Meutehund hin oder her.


    Da gibt es sicher Auslöser wie Angst,Schmerzen ,negative Erlebniss Erwartung .

  • Allerdings kenne ich das auch von der Hündin meiner verstorbenen Tante: die ist höchst bummelig unterwegs, nur Richtung Heimat bekommt sie dann Beine. Woran das liegt? Keine Ahnung, meine Tante hat sich große Sorgen darum gemacht, hat sie unter jedem nur möglichen Aspekt durchchecken lassen - ohne echtes Ergebnis! smweißnichtsmweißnichtsmweißnicht

    Schmerzen waren nicht feststellbar, in irgendeiner Form traumatisiert oder so ist sie auch nicht.

  • Bummelig kenne ich einige Hunde , ich denke das ist Typ bedingt wie bei uns Menschen auch.smweißnicht


    Aber gar nicht laufen zu wollen hat sicher nen Grund.




    Susanne&Aura


    Du schreibst wenn ihr zum Dummy und ZOS fährt ist das anders?

    Darf ich mal fragen wie oft ihr das macht?

  • Manche Hunde sind auch gute Schauspieler.


    Meine Tina z.B., wenn wir zum Baden gingen, konnte sie laufen, kilometerweit.

    Nach Hause ging es dann gar nicht mehr, nur noch hinterhergebummelt.

    Ich hab dann mal den Test gemacht, ob sie wirklich so total fertig war, dass sie nicht mehr laufen konnte.

    Wir sind umgekehrt und wieder Richtung Bagger gegangen ...

    Ich kam kaum noch hinterher :windhund:

  • Ich glaube Hunde sagen mit Körperhaltung und Tempo genau, ob sie zu dem was sie sollen Lust oder eben keine Lust haben. Ist so ähnlich mit kleinen Kindern, die lieber lümmeln oder sonst was wollen, anstatt spazieren gehen. Da habe ich ganz klar das Bild des Lausejungen, der hinter her latscht, wenn er was soll, aber nicht will. Der ein oder andere Hund würde glaube ich, auch die Hände in die Hosentaschen stecken und mit hängendem Kopf knatschend hinter her schlappen .smlach