Wann ,wieviel und was für den Hund managen?

  • Mir fällt grad kein guter Titel für dieses Thema ein.



    Aus Interesse wüsste ich gern welche Situationen ihr für euren Hund regelt?

    Gern auch wie und warum.


    Alles aus Alltag im und außer Haus fände ich interessant.


    Oder wann und wie darf euer Hund selbst entscheiden


    Bei mir ist ja grad das Thema Hundebegegnungen aktuell.

    Dort bin ich am überlegen weniger zu managen einfach um Druck rauszunehmen und Erfahrungen zu ermöglichen.

  • Tja, ich gehöre wohl zu den Managern. biggrin


    Ich rede jetzt mal von meinen beiden verstorbenen Hunden.


    Hund beunruhigt und wufft, ich gehe nachsehen. Egal ob drinnen oder draußen. Beide konnten aber auch abliegen.


    Hat es geklingelt haben sie gebellt, als die Tür auf war, haben sie aufgehört. Gern hätte ich gehabt, dass sie in gebührendem Abstand zur Tür abliegen, aber immer wenn ich dann an der Tür war, kamen sie doch hinterher. biggrinBlieben ruhig, wollten nur schnuppern.


    Wenn auf der Gassirunde jemand entgegen kam, ob mit oder ohne Hund, angeleint oder nicht, habe ich beide rangerufen. Zu 90 %. War ich nicht sicher, dass sie bei mir bleiben, etwa weil der andere Hund in ihren Augen frech war, dann habe ich sie angeleint. Kam ein Kandidat angeflogen gab ich meine (manchmal unwillig) frei. Ich habe mich nie gezielt in Gebieten aufgehalten wo viele freilaufende Hunde zu erwarten waren.


    Ich sag immer, wenn der Hund erzogen ist, dann ist es ein Leichtes den Hund kurz zu sich zu nehmen um auf andere Rücksicht zu nehmen.


    Senjo mußte häufiger an die Leine, da er gern jagen gegangen ist.


    Waren wir im Restaurant/Biergarten habe ich die Hunde nie mitten im Gang liegen lassen. Auch wenn James da cool geblieben wäre.


    Mit Tosca ist das ja alles ein bisschen anders. Aber auch da achte ich auf einige Dinge. Zum Beispiel bleiben wir kurz stehen, bevor wir das Grundstück verlassen, Ich schaue kurz zu beiden Seiten und dann gehe ich vor. An der Eingangstür sollte es auch so sein, klappt nicht ganz so gut. Wenn ich noch mit dem Schlüssel hantiere, flutscht sie oft schon raus. (Ist nicht so schlimm, weil vor der Tür eine Hecke ist, und der Weg bis zur Straße noch 15 Meter geht. Will ich die Situation wiederholen, wird sie nur unsicherer.


    Gibt sicher noch mehr, fällt mir aber nicht ein.

  • Gut das sind im Grunde Sachen die ich als normal empfinde mit dem gucken wenn sie bellen oder im Biergarten .

    Das sehe ich gar nicht als managen.

    Halt auch das man niemand zur Last fällt


    Oder beim Haus verlassen das händel ich ähnlich.


    Mir geht es mehr darum ob man dem Hund alles abnehmen muss oder ob er selbständig agieren kann /darf.

    Auch um Erfahrungen zu sammeln,ob man das halt alles managen muss eurer Meinung

    nach ?

    Oder gibt es auch ein Zuviel ?


    Ich rede jetzt von erzogenen Hunden ohne Großartige Probleme.


    Meine Hunde dürfen viel solange ich alles auch unterbinden kann wenn es nötig ist,das ist mir wichtig.

    Ansonsten ist es mir z.b egal wo sie im Haus liegen.

    Ob sie beim Spaziergang vor oder hinter mir laufen...wobei vor mir lieber ist.

  • Ich möchte mal meine Dolly als Beispiel aufführen (Profilbild). Sie war eine sehr souveräne Hündin. Ich konnte sie "machen lassen". Sie hat sich oft eskalierend gezeigt. Da musste ich nichts managen. Dennoch habe ich sie in ihrem guten Verhalten gelobt und sie gestärkt. Das hat ihr bestimmt gut getan.

  • Jeannine, Du meinst wahrscheinlich deeskalierend, oder?

    Liebe Grüße Sibylle mit Lucie und Alex

    "Würde das Gebet eines Hundes erhört, würde es Knochen vom Himmel regnen." Türkisches Sprichwort
    "Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast." Antoine de Saint-Exupéry
    "Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht." Bertold Brecht


    Jedes von mir geschriebene Wort ist meine Meinung. Kein Anspruch auf "Wahrheit", kein Überzeugungswille ist darin zu sehen. Bei Unklarheiten bitte Nachfragen, DANKE!

  • Früher habe ich mehr eingegriffen, da durfte kein Hund vor der Eingangstür liegen etc . Aber je besser das Zusammenleben funktioniert und die Hunde auf einen achten und hören, je mehr Freiheiten. Nur dann wollten sie nicht mehr vor der Eingangstür liegen.


    Was Hundebegegnungen angeht, empfinde ich es als höflich wenn Mensch sich vorher abspricht, und sei es nur über einen Blick oder Geste.


    Wir haben mal eine Hundewanderung in der Slovakei mitgemacht. Dort hat Senjo sämtliche Freiheiten genoßen, er lief immer vorne weg und ist nur hin und wieder mal nach hinten getrabt um zu schauen ob wir noch da sind um sich dann gleich wieder im Eiltempo an die Spitze zu setzen, vermutlich gemeinsam mit seinen Kumpels, ich konnte ihn ja nicht sehen. Ich habe nie wieder einen derart ausgeglichenen und glücklichen Senjo gesehen. Für ihn hat das Rudel wohl einfach gepasst und der Leiter der Gruppe war tiefenentspannt. Das in einer Gegend mit Bären, Wölfen und Luchsen. Senjo hat auch gern gejagt, aber ich glaube dort hatte er keinerlei Anlass.


    Bei James hingegen war das anders, er war völlig überfordert, dann gab es noch einen pöbelnden Labi, und er hat in alle Richtungen geknurrt. Obwohl die Hunde, außer dem Labi, längst begriffen hatten, dass er seine Ruhe will. Das heißt Frauchen ist mit dem angeleinten James hinterher getrabt.


    Ich glaube eine derartige Freiheit kann man seinem Hund in der Zivilisation üblicherweise nicht geben. Es entsteht doch eine ganz andere Form von Rudeldynamik, wenn man jeden Tag zusammen verbringt.

  • Für Ronnie habe ich sehr viel gemanagt: den Kontakt zu familienfremden Menschen, den Kontakt zu fremden Hunden, außer er war sich (in den späteren Jahren manchmal) sicher, dass der andere ok ist und dass er da jetzt hin will, das Verhalten in fremder Umgebung auch.


    Bei Hugo ist das nicht nötig, der ist auf zurückhaltende Art selbstbewusst, weiß, was er tut und was er sich zutrauen kann. Sofern der andere nicht angeleint ist oder der Halter nicht in sonst irgendeiner Weise signalisiert, dass Kontakt nicht erwünscht ist, kann ich es da laufen lassen, weil Hugo selbst weiß, wo er mal hin kann und wo besser nicht, er bedrängt andere Hunde auch nicht.

  • Bei uns hat sich das auch im Laufe der Jahre sehr verändert. In der ersten Zeit musste ich sehr viel managen. Es gab eine Zeit, das durfte Felix sich nicht mal den Baum aussuchen, an den er pinkeln durfte. Er war einfach mit allem komplett überfordert. Auch zu Hause gab es nur feste Plätze, in den Garten nur an der Leine usw.. Je sicherer er wurde, je mehr Freiheiten hatte er auch. Heute ist sein Lieblingsliegeplatz direkt an der Terrassentür, je nach Witterung draußen vor der Tür oder drinnen auf der Couch. Natürlich überwacht er von dort unser Territorium. Aber er hat gelernt, damit umzugehen. An manchen Tagen schicke ich ihn noch in seinen Korb, wenn ich merke, er passt zu viel auf.


    Hundebegegnungen gibt es bei uns nicht viele, weil hier doch sehr viele ihre Hunde anleinen bzw. ranrufen und dann im Bogen vorbeigehen. Und Orte, wo viele Hunde frei rumlaufen, meide ich. Das hat aber inzwischen mehr mit den Hundehaltern zu tun smverlegen Wenn es Hundekontakt gibt, manage ich eigentlich nur noch, wenn ich sehe, der andere Hund ist mit meinen überfordert.


    Ich finde, man muss das immer auf den jeweiligen Hund und die jeweilige Situation anpassen. Ich würde nie meine Hunde einfach machen lassen, schon aus Rücksicht auf unsere Umwelt (ich weiß, Manuela, darum ging es Dir auch nicht smlächeln). Daher gibt es immer irgendeine Form von Managment, und wenn es nur ein wachsames Auge ist.

  • bei Nala muss ich alles rund um Artgenossen managen. Sie kommt noch nicht einmal allein auf unserem Balkon klar, wenn die beiden grossen unten im Garten laut sind. Da fängt sie an, hysterisch zu kläffen. Bin ich dabei, kommt sie zu mir.

    Manche Spaziergänger will sie abchecken ( Erwachsene), das unterbinde ich aber, das will ich nicht. Wenns eher gruselig für sie ist, Kinder, Kinderwagen etc. Nimmt sie Blickkontakt mit mir auf und ich hole die dann ran.


    Wenn man tatsächlich mal genau über das Thema nachdenkt, ganz schön schwierig. Übertreibt man es? Macht man zu wenig? Macht man es genau richtig? smweißnicht

  • Mit Neo habe ich wenig gemanagt. Ich hab zugesehen, dass er niemanden (Mensch und Hund) bedrängt und das war es dann. Neo ist oft splittend zwischen andere Hunde gegangen.

    Von Marnie habe ich andere Hunde ferngehalten, sie fand die auch nicht toll, hat aber im Laufe der Jahre gelernt, wie man die Warnstufen einsetzt und dass die meisten Hunde darauf reagiert haben. Je älter sie wurde, desto weniger kam sie mit lauten und plötzlichen Geräuschen zurecht. Die Geräusche kann ich ja nicht beeinflussen, da haben wir dann oft andere Wege gesucht oder sind später noch mal losgelaufen.
    Laila ist da eine andere Hausnummer. Da manage ich jeden Besuch, der ins Haus kommt, laufe Bögen, wenn wir draussen Menschen und/oder Hunde treffen. Ich plane sogar, was sie wann zu futtern bekommt, damit ihr Hirnchen gescheit arbeiten kann.


    Ich denke, es kommt ganz auf den eigenen Hund an, wie oft und wo man eingreift. Ist der Hund selbstbewusst genug muss man weniger eingreifen, als wenn der eigene Hund schnell überfordert ist. In der Stadt wird man wahrscheinlich auch mehr regeln müssen als auf dem Land wo man kaum mal jemanden trifft.

  • Klar wichtig ist immer den jeweiligen Hund anzugucken.


    Bei Connor alleine musste ich immer wenig regeln,sicher als Jungspund schon da war er ja auch ein wilder Wutz!smwolke


    Komischer Weise hat Shadow in unserem Alltag vieles einfach angenommen ohne groß zu probieren so das ich bis auf Hundebegegnungen und Menschenbegegnungen als er noch Angst ganz am Anfang auch nicht viel managen musste.



    Simone

    Dein letzter Satz trifft meine jetzigen Überlegungen ganz gut.daumendrück2


    Wir haben die letzten 2 1/2 Jahre viel erlebt und geübt und Rückschläge verarbeitet.

    Aber wir sind alle daran gewachsen,vielleicht braucht Shadow nicht mehr soviel Schutz wie bisher.

    Sicher wird man immer was managen müssen für die Hunde,einfach da sie in unserer Menschenwelt ganz anderen Gefahren ausgesetzt sind.

  • Je älter sie wurde, desto weniger kam sie mit lauten und plötzlichen Geräuschen zurecht.

    Ja, das war bei Ronnie auch so, der war eigentlich nie schreckhaft gewesen bei Geräuschen, aber im Alter wurde er da empfindlicher, obwohl (oder weil?) er dann doch harthörig wurde. Taub war er bis zum Schluss definitiv nicht, aber vieles hat er tatsächlich nicht mehr gehört, und das, was er gehört hat, war dann wohl manchmal unangenehmer als früher.

    Aber wir sind alle daran gewachsen,vielleicht braucht Shadow nicht mehr soviel Schutz wie bisher.

    Ronnie hat mir, als er einen bestimmten Etwicklungsstand erreicht hatte, regelrecht zu verstehen gegeben, dass er das jetzt alleine kann und auch alleine regeln will. Bei ihm war wohl entscheidend, dass er die nötige Gelassenheit entwickelt, um den anderen Hund schon aus der Ferne einschätzen zu können. (Das ist etwas, das Hugo hingegen hervorragend kann. Zur Not beliebt er 5 Minuten stehen, um sich den anderen in aller Ruhe aus 200 m Entfernung anzuschauen, bevor er entscheidet, wie es weitergeht.) Gelegentlich kam es dann aber doch auch mal vor, dass ihm das direkte Treffen dann zu heftig wurde. Das hatte aber mehr damit zu tun, dass er dann schon bedingt durch seine Kniearthrose körperlich nicht mehr ganz so wendig war, um diese Tänzeleien so richtig mitmachen zu können.

  • Nala ist ein ruhiger zurückhaltender Hund, der aber durchaus an anderen Hunden interessiert ist. Wir kennen inzwischen viele Hunde in der Umgebung, zu denen ich sie bedenkenlos lassen kann, sie kriegt dann von mir die Bestätigung, dass sie darf.

    Bei fremden oder nicht verträglichen Hunden reicht es, wenn ich sage, dass sie hier bleiben soll, auch ohne Leine.

    Wenn wir direkt an solchen Hunden vorbei müssen, mach ich die Leine allerdings dran.

    Viel muss ich unterwegs nicht machen, trotzdem muss man natürlich ständig aufpassen.

    Wenn mal eine Situation ist, wo Nala unsicher wird, nehme ich sie auch an die Leine mit den Worten "alles gut", so fühlt sie sich gleich sicherer. Meistens haben solche Situationen nicht mit Hunden sondern mit Menschen zu tun.


    Der Begriff "managen" in Zusammenhang mit Hundeerziehung ist mir zum ersten Mal hier im Forum begegnet.

    Ich nehme an, damit ist alles gemeint, wo man in irgendeiner Weise eingreifen muss ... ?

  • Ja, halt auch, wenn man vorbeugend handelt. Das geht schon mit solchen Dingen los, dass man z.B. den Hund bei sich auf die andere Seite nimmt, wenn man an einer Engstelle an einem anderen Hund vorbei muss, oder hinter sich, wenn man jemanden begrüßt (wenn der Hund Angst oder gar ANgstaggression gegenüber Menschen zeigt), solche Sachen halt, und anderes, je nach dem, wo der Hund Unterstützung braucht.

  • Zitat

    regelrecht zu verstehen gegeben, dass er das jetzt alleine kann und auch alleine regeln will.

    Zitat

    Helikopter-Hundehalter

    da hab ich ein bisschen Angst vor, bzw wird das ja immer ein bisschen vorgehalten, aber eigentlich von Die-regeln-das-schon-unter-sich-Leuten.

    Aber solange Nala noch ohne mein Managment kopflos auf den anderen Hund losgehen würde, und ich meine wirkliche losgehen, ist sie doch wohl noch nicht so weit.

    Ich muss doch mal wieder in die HuSchusmverlegensmsleep

  • Also Ronnie konnte das erst in dem Moment, wo er eben nicht mehr kopflos auf irgendwen losgegangen ist, sondern definitiv erstmal innegehalten, geguckt und bewertet hat. Davor macht es ja auch keinen Sinn.