Clickertraining

  • denn ich finde wenn etwas z.b lange nicht funktioniert um den Hund etwas verständlich zu machen macht es doch Sinn sich auch auf etwas Neues einzulassen


    Gutes Stichwort für mich, danke Manuela smknuddel!


    Wie ich zum Markern kam:

    Lange hatte Clickern den Touch für mich, wie Ina ihn beschreibt, mehr Gedanken habe ich mir nicht dazu gemacht.

    Diesen Sport und eben das häufig angewandte clickern fand ich schon vor 15 Jahren einfach nur schrecklich, die Hunde wirkten wie Automaten die progammiert werden. (Wenn ich mal ein wenig übrtreiben darf.) Auch wenn eine Beziehung zum Hund besteht. Dieses perfekte Absitzen, in der richtigen Haltung etc. klar, das kann man per Click sehr gut formen. Aber mir drückt es den Magen, wenn ich das sehe.

    Mir war also gar nicht klar im Endeffekt, was genau markern/clickern bedeutet (mir geht es wie Ulrike, ich bevorzuge das Markerwort, weil mir die Koordination und die dritte Hand fehlt ). Lucie hat ja so nach und nach angefangen Menschen und Hunde, besonders wenn sie zusammen unterwegs sind zu verbellen. Wir haben dann mit unserer ersten Trainerin daran gearbeitet - aber das war dann nicht mehr unser Weg und auch nicht Lucies. Zudem wollten wir mit Lucie in eine Hundeschule und nicht mehr nur Einzeltraining machen. Zeitgleich hatten wir mit unserer Trainerin schon ein Markerwort aufgebaut, um Lucie das Apportieren zu lehren. (Fernziel Dummyarbeit - erreicht biggrin)


    So kamen wir zu Tom und in seine Hundeschule und die erste Trainerin dort, fragte, ob Lucie schon ein Markerwort oder Clicker kennt. Wir , ja. Na dann arbeiten wir damit doch am Bellen usw. Nach vielen Käse- und Herzstückchen dort, konnte Lucie zum Schluß ruhig neben und leicht hinter mir da sitzen und alle Menschen aus der Gruppe dort konnten vorbei kommen und mir die Hand geben und Smalltalk halten OHNE dass ich ständig Käse o.ä. in Lucie reingestopft habe ....... momentan sind wir dabei, das alles in Alltagssituationen und in die Wohnung (wenn Besuch kommt) zu übertragen. Immer öfter kann ich bei meiner Gassidorfrunde Smalltalk halten (liegt mir gar nicht, aber um des Trainingswillen lerne ich das auch noch biggrin). Immer öfter kann Lucie ruhig andere Mensch-Hund-Teams passieren und gleich darauf sich wieder auf ein Futtersuchspiel oder ähnliches einlassen.


    So wie Ulrike und Manuela es schreiben: Ich habe das Markern als tolles Hilfsmittel kennen gelernt, möchte es nicht mehr missen - es ist eine tolle Trainingsmöglichkeit für ängstliche aber auch andere Hunde. Es hat uns mit Lucie den Weg zur Dummyarbeit eröffnet - Alex hat das Apportieren und das Übertragen auf den Dummy in wenigen Wochen gelernt, Lucie hat dazu viel länger gebraucht - den Spaß den beide an der Dummyarbeit haben ist wohl ähnlich/gleich. Alex kann gut auch unter Ablenkung (Geräusche, Menschen usw Dummysuchen, Lucie braucht immer noch eine sehr reizarme und v.a. von fremden Menschen freie Umgebung, konnte sich aber auch schon drauf einlassen, als wir mit Freunden unterwegs waren.


    Man muss doch auf die Art mit seinem Hund umgehen, erziehen, wie es einem selber liegt. Damit man authentisch ist.


    Hierzu hatte ich noch so den ein oder anderen Gedanken (soll keine Kritik sein rosesm);

    Meiner Meinung nach fördert jedes Training (gewaltfrei versteht sich hoffentlich von selbst und muss ich nicht extra betonen) die Beziehung/Bindung zwischen den Trainingspartnern. Und klar, jedem Menschen liegt die eine Methode mehr als die andere. Aber, ich zumindest, habe den Anspruch in der Zwischenzeit, zu probieren, was liegt dem Hund. Denn auch jeder Hund ist individuell. Und ich habe den Anspruch an mich, mich NICHT an etwas festzubeißen, was nicht hilft, keinen Erfolg hat (natürlich nicht schon nach dem zweiten Mal schon wieder die Methode zu ändern). Ich habe den Anspruch an mich, für Alex, für Lucie und wer auch immer da noch kommen wird, mich beim Training immer wieder zu fragen, mit welcher Methode, mit welcher Belohnung komme ich an den individuellen Hund ran und erreiche das gewünschte Ziel. Ich als Mensch kann ausprobieren, nachdenken, neues kennenlernen, ich als Mensch fühle mich in der Pflicht, die passende Methode zu suchen, um dem individuellen Hund in seinen Ängsten, Unsicherheiten zu helfen, um ihm zu zeigen, das Leben kann schön sein, Spaß machen, es ist nicht notwendig ständig hab Acht Stellung zu haben, weil der Axtmörder um die Ecke kommt. Dazu kommt natürlich noch die Arbeit an mir selbst, dass Hund spüren, erkennen kann ich bin sein Fels in der Brandung!


    Sollte jetzt kein Wort zum Sonntag werden biggrin!

    Liebe Grüße Sibylle mit Lucie und Alex

    "Würde das Gebet eines Hundes erhört, würde es Knochen vom Himmel regnen." Türkisches Sprichwort
    "Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast." Antoine de Saint-Exupéry
    "Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht." Bertold Brecht


    Jedes von mir geschriebene Wort ist meine Meinung. Kein Anspruch auf "Wahrheit", kein Überzeugungswille ist darin zu sehen. Bei Unklarheiten bitte Nachfragen, DANKE!

  • denn ich finde wenn etwas z.b lange nicht funktioniert um den Hund etwas verständlich zu machen macht es doch Sinn sich auch auf etwas Neues einzulassen


    Gutes Stichwort für mich, danke Manuela smknuddel!


    Wie ich zum Markern kam:

    Lange hatte Clickern den Touch für mich, wie Ina ihn beschreibt, mehr Gedanken habe ich mir nicht dazu gemacht.

    Diesen Sport und eben das häufig angewandte clickern fand ich schon vor 15 Jahren einfach nur schrecklich, die Hunde wirkten wie Automaten die progammiert werden. (Wenn ich mal ein wenig übrtreiben darf.) Auch wenn eine Beziehung zum Hund besteht. Dieses perfekte Absitzen, in der richtigen Haltung etc. klar, das kann man per Click sehr gut formen. Aber mir drückt es den Magen, wenn ich das sehe.

    Mir war also gar nicht klar im Endeffekt, was genau markern/clickern bedeutet (mir geht es wie Ulrike, ich bevorzuge das Markerwort, weil mir die Koordination und die dritte Hand fehlt ). Lucie hat ja so nach und nach angefangen Menschen und Hunde, besonders wenn sie zusammen unterwegs sind zu verbellen. Wir haben dann mit unserer ersten Trainerin daran gearbeitet - aber das war dann nicht mehr unser Weg und auch nicht Lucies. Zudem wollten wir mit Lucie in eine Hundeschule und nicht mehr nur Einzeltraining machen. Zeitgleich hatten wir mit unserer Trainerin schon ein Markerwort aufgebaut, um Lucie das Apportieren zu lehren. (Fernziel Dummyarbeit - erreicht biggrin)


    So kamen wir zu Tom und in seine Hundeschule und die erste Trainerin dort, fragte, ob Lucie schon ein Markerwort oder Clicker kennt. Wir , ja. Na dann arbeiten wir damit doch am Bellen usw. Nach vielen Käse- und Herzstückchen dort, konnte Lucie zum Schluß ruhig neben und leicht hinter mir da sitzen und alle Menschen aus der Gruppe dort konnten vorbei kommen und mir die Hand geben und Smalltalk halten OHNE dass ich ständig Käse o.ä. in Lucie reingestopft habe ....... momentan sind wir dabei, das alles in Alltagssituationen und in die Wohnung (wenn Besuch kommt) zu übertragen. Immer öfter kann ich bei meiner Gassidorfrunde Smalltalk halten (liegt mir gar nicht, aber um des Trainingswillen lerne ich das auch noch biggrin). Immer öfter kann Lucie ruhig andere Mensch-Hund-Teams passieren und gleich darauf sich wieder auf ein Futtersuchspiel oder ähnliches einlassen.


    So wie Ulrike und Manuela es schreiben: Ich habe das Markern als tolles Hilfsmittel kennen gelernt, möchte es nicht mehr missen - es ist eine tolle Trainingsmöglichkeit für ängstliche aber auch andere Hunde. Es hat uns mit Lucie den Weg zur Dummyarbeit eröffnet - Alex hat das Apportieren und das Übertragen auf den Dummy in wenigen Wochen gelernt, Lucie hat dazu viel länger gebraucht - den Spaß den beide an der Dummyarbeit haben ist wohl ähnlich/gleich. Alex kann gut auch unter Ablenkung (Geräusche, Menschen usw Dummysuchen, Lucie braucht immer noch eine sehr reizarme und v.a. von fremden Menschen freie Umgebung, konnte sich aber auch schon drauf einlassen, als wir mit Freunden unterwegs waren.


    Man muss doch auf die Art mit seinem Hund umgehen, erziehen, wie es einem selber liegt. Damit man authentisch ist.


    Hierzu hatte ich noch so den ein oder anderen Gedanken (soll keine Kritik sein rosesm);

    Meiner Meinung nach fördert jedes Training (gewaltfrei versteht sich hoffentlich von selbst und muss ich nicht extra betonen) die Beziehung/Bindung zwischen den Trainingspartnern. Und klar, jedem Menschen liegt die eine Methode mehr als die andere. Aber, ich zumindest, habe den Anspruch in der Zwischenzeit, zu probieren, was liegt dem Hund. Denn auch jeder Hund ist individuell. Und ich habe den Anspruch an mich, mich NICHT an etwas festzubeißen, was nicht hilft, keinen Erfolg hat (natürlich nicht schon nach dem zweiten Mal schon wieder die Methode zu ändern). Ich habe den Anspruch an mich, für Alex, für Lucie und wer auch immer da noch kommen wird, mich beim Training immer wieder zu fragen, mit welcher Methode, mit welcher Belohnung komme ich an den individuellen Hund ran und erreiche das gewünschte Ziel. Ich als Mensch kann ausprobieren, nachdenken, neues kennenlernen, ich als Mensch fühle mich in der Pflicht, die passende Methode zu suchen, um dem individuellen Hund in seinen Ängsten, Unsicherheiten zu helfen, um ihm zu zeigen, das Leben kann schön sein, Spaß machen, es ist nicht notwendig ständig hab Acht Stellung zu haben, weil der Axtmörder um die Ecke kommt. Dazu kommt natürlich noch die Arbeit an mir selbst, dass Hund spüren, erkennen kann ich bin sein Fels in der Brandung!


    Sollte jetzt kein Wort zum Sonntag werden biggrin!

    Liebe Grüße Sibylle mit Lucie und Alex

    "Würde das Gebet eines Hundes erhört, würde es Knochen vom Himmel regnen." Türkisches Sprichwort
    "Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast." Antoine de Saint-Exupéry
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    Jedes von mir geschriebene Wort ist meine Meinung. Kein Anspruch auf "Wahrheit", kein Überzeugungswille ist darin zu sehen. Bei Unklarheiten bitte Nachfragen, DANKE!

  • Ich finde grad den letzen Teil sehr schön geschrieben .

    Denn nicht nur mir muss etwas liegen sondern auch dem Hund!



    Klar muss man authentisch bleiben aber Beziehung besteht für mich auch daraus für den anderen (Hund) den besten und einfachsten Weg zum Verständniss zu gehen.



    Ich hab auch ein schönes Beispiel wo ein Hund den Clicker überhaupt nicht "versteht" da

    schreib ich gern was zu die Tage wenn ich bisschen Zeit hab.

  • Danke Michelle fürs verschieben rosesm!


    Ich würde auch nie "nur" Clickern und alles clickern .

    Auf der Internetseite, die Eike mal eingestellt hatte http://www.hellhound-foundation.com gab es einen Labby, der "nur" geclickert wurde - dem ging es richtig schlecht damit und er hatte große Problem - ich habe ihn auf der Seite nicht mehr gefunden - aber es war eine traurige Geschichte smtraurig!

    Aber die Gefahr sehe ich hier bei niemanden, der hier berichtet hat.

    Liebe Grüße Sibylle mit Lucie und Alex

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  • Vielleicht sollte " Clickern" durch "Markern" ersetzt werden. Der Clicker hat leider mittlerweile einen negativen Touch finde ich, durch Leute, die tatsächlich nur darüber mit dem Hund kommunizieren oder diejenigen, die Leute wie uns als Wattebauschwerfer bezeichnen.

    Und ob ich nun clickere oder 'Fein', ' Prima', 'Super' sage, ist ja eigentlich wurscht.

    Der eine kommt mit de Clicker besser klar, der andere mit der Sprache.

    Ich mache beides, je nach Situation. Hundebegegnungen clickere ich immer, weil ich Nala durch das Geräusch besser erreiche. Ich spreche aber auch gleichzeitig mit ihr, 'fein ' oder 'na siehste' oder so einen Quatsch, aber der Clicker ist in so einer Situation für uns besser.

    Spass-Übungen wie Würfeln usw werden bei uns auch geclickert, weil ich glaube, dadurch den Clicker noch positver belegen zu können, ist aber vielleicht auch Quatsch.

    Bei Ruhe-Übungen werden Worte eingesetzt...

  • Spass-Übungen wie Würfeln usw werden bei uns auch geclickert, weil ich glaube, dadurch den Clicker noch positver belegen zu können, ist aber vielleicht auch Quatsch.

    Ist kein Quatsch!

    Zitat aus: Heike Westedt, Schreck lass nach!, 2013, S. 71


    "Clickertraining richtig aufgebaut und angewendet - das heißt, in kurzen, stressfreien Lektionen und mit einem Signal für das Ende der Übung - hat zwei wichtige Bedeutungen: Zum einen verbindet der Hund mit dem Geräusch die stärkende Botschaft 'das war richtig, gleich gibt es eine Belohnung'. Zum anderen arbeiten Hund und Mensch intensiv zusammen und haben Spaß miteinander. Dieser Aspekt ist gerade bei einer Angsttherapie wichtig. Der Clicker steht für wirkliche Zusammenarbeit, Teamwork.

    Viele Hunde fühlen sich wohl, wenn sie Clickertraining machen dürfen, denn hier herrscht eine bessere Stimmung. Meist werden hier ja Tricks geübt, also auf der Seite des Menschen gilt 'just for fun'. Die entspannte Stimmung überträgt sich auch auf die Hunde. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie gut Hunde diese Tricks zeigen und wie gern sie sie machen , ganz im Gegensatz zur normalen Unterordnung? Der Clicker vermittelt also ein gutes Gefühl für beide Seiten.

    Ein letzter Vorteil dieses Trainigs ist es, dass man auch die Eigeninitiative der Hunde "einfangen" und belohnen kann, und das alles ohne die menschliche Stimme - gerade bei Angsthunden ein besonders wichtiger Aspekt.

    Der einzige Nachteil, den ich immer wieder beobachte, ist der Stressfaktor. Viele Menschen sind so überbegeistert von dieser , dass sie es übertreiben und so dem Hund schaden...."


    Und übertreiben tust Du sicher nicht Simone!

    Liebe Grüße Sibylle mit Lucie und Alex

    "Würde das Gebet eines Hundes erhört, würde es Knochen vom Himmel regnen." Türkisches Sprichwort
    "Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast." Antoine de Saint-Exupéry
    "Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht." Bertold Brecht


    Jedes von mir geschriebene Wort ist meine Meinung. Kein Anspruch auf "Wahrheit", kein Überzeugungswille ist darin zu sehen. Bei Unklarheiten bitte Nachfragen, DANKE!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Sibylle ()

  • Das grün Hervorgehobene kann ich vor dem blassgrünen Hintergrund leider überhaupt nicht lesen... brillesm


    Vielleicht sollte " Clickern" durch "Markern" ersetzt werden.

    Aber Manuela meinte doch, dass Clickern nochmal effektiver sei als Markern (mit Markerwort), von daher kann man das wohl nicht einfach so ersetzen.

  • das ist bei uns ja auch so, hab ich ja bei den Hundebegegnungen geschrieben. Ich glaube aber einfach, weil das Klick-Geräusch ist prägnanter ist in den stressigen, ängstlichen Situationen? Würde ich jetzt einfach mal behauptensmweißnicht


    Aber 'Markern' ist doch beides.

  • Bei Laila klappt das auch sehr sehr gut mit dem Marker. Die just-for-Fun-Übungen gibt es bei uns zwar nicht so viel, weil Laila da nicht wirklich mitmacht und mir oft die Geduld ausgeht, aber das ist egal. Wir haben am Anfang ganz lange den Clicker schöngefüttert und nu passt es.

    Bei Neo musste ich den Marker wieder abbauen. Der spult so hoch, wenn Futter auch nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,1 % involviert ist, dass meine Finger immer Gefahr laufen, abgehackt zu werden. Da habe ich jetzt einige Zeit nur ein Lobwort benutzt und baue jetzt ganz langsam wieder einen Marker auf, nachdem niemals nicht ein Lecker folgt, aber sehr variabel belohnt wird, damit er sich nicht wieder auf irgendwas einschießt.


    Ich wollte eigentlich nie clickern, weil ich so oft Hundegruppen gesehen habe, wo aufgereiht irgendwo standen und passierende Hunde/Menschen/Radler/Kinderwägen ... geclickt haben - Neo und Marnie waren immer völlig eingeschüchtert, wenn 15 x nacheinander geclickt wurde bis wir endlich vorbei waren. Meine damalige Trainerin hat uns das auch nie vermittelt, war irgendwie kein Thema. Auf einem Seminar hab ich dass dann zwar vernünftig vermittelt bekommen, aber ich bin trotzdem nicht gut damit klar gekommen und hab es für mich ad Akta gelegt.

    Tja, und dann kam Laila und mit ihr war alles anders. Ich musste mir ja dann hier eine neue Trainerin suchen und Cathy hat geclickert ... Hat eine Weile gedauert, bis es dann bei mir "click" gemacht hat und ich bin auch sehr schnell auf das Markerwort umgestiegen, aber jetzt macht es Spass.

    Ich clickere garantiert nicht jeden vorbeilaufenden Maikäfer, aber gerade weil Laila ja mit Menschen und Hunden Probleme hat, habe ich für mich eine gute Möglichkeit gefunden, das (gerade noch) schöne Verhalten einzufangen und zu belohnen. Kann man bestimmt auch anders machen, aber für uns passt es so.


    Ich finde es auch irgendwie witzig, dass viele HH das clickern als eigenständiges Training betrachten. Ist mir schon ganz oft passiert, wenn ich gefragt habe, was jemand mit seinem Hund macht. Dann kommen Antworten wie Dog Dancing, Fährte und Clickertraining. Aha :/ Und was macht ihr beim Clickertraining? Na, clickern ... Ok :/ Ich würde ja verstehen, wenn das clickern/markern beim Dog Dancing eingesetzt wird, denn da kann man schön shapen und man übt ja schon Tricks, aber was ist sonst Clickertraining? Vielleicht auch im Wald stehen und alles clickern, was vorbeiläuft?


  • Aber Manuela meinte doch, dass Clickern nochmal effektiver sei als Markern (mit Markerwort), von daher kann man das wohl nicht einfach so ersetzen.

    Ich hab da bei uns nur insofern einen Unterschied gesehen als dass Neo beim Clicker höher gesprungen ist um ein Leckerlie zu bekommen als beim Markerwort. Und mit hochspringen meine ich, mich anspringen. Ansonsten komme ich bei ihm weder mit Clicker noch mit Markerwort richtig durch, wenn er auf einen anderen Hund fokussiert ist. Bei Laila klappt beides gleich gut. Mag daran liegen, dass unser Markerwort "click" heisst ...

  • Ich hatte das ja vor einiger Zeit angefangen aber hatte den Eindruck dass Lucia einfach noch nicht so weit war. Jetzt würde ich ganz gern das Projekt noch mal in Angriff nehmen. Vor dem Hintergrund, dass sie ja keine Leckerchen nimmt. Höchstens drin auf der Couch. Auch nicht wenn sie sich auf dem Fußboden befindet. Da habe ich gedacht: wenn sie also etwas ganz feines und "Click" bei mir auf der Couch bekommt könnte sie den Click nicht auch draußen ohne Leckerchen als Bestätigung/Belohnung empfinden? Vielleicht würde sie langfristig dann auch deshalb (?) draußen etwas nehmen?

    Was meint Ihr?

  • Wir haben ja auch den Clicker aufgebaut und sollen ihn nun auch draußen verwenden. Da Paula nicht immer in der Lage ist Leckerli zu nehmen, soll ich laut Trainerin genau aus diesem von dir benannten Grund trotzdem clicken. Finde es selbst auch logisch. Bereits das Geräusch ist ja positiv konditioniert nach dem Aufbau.

    Ob es bei uns was bringt oder nicht bzw ob Fortschritte am clicken liegen, kann ich noch nicht beurteilen :)

  • Es muss ja auch nicht immer ein Leckerli nach dem Click bzw. Markerwort folgen.
    Wir können ja draußen überhaupt nicht mit Leckerli arbeiten. Bei uns ist dann eben Distanz die Belohnung, oder gemeinsam ein Stück rennen, oder Milow darf eine Runde schnüffeln gehen, oder er darf dem fremden Menschen/Radfahrer/Hund usw. ein kleines Stück hinterherlaufen. Das alles sind ja auch Belohnungen.

    Von daher funktioniert Clickern und/oder Markern ja auch in Situationen, wo eben keine Leckerli angenommen werden können.

    Nicht immer ist Futter tatsächlich die tollste Belohnung für den Hund. Wir haben von unserer Trainerin die letzten Wochen immer wieder eingetrichtert bekommen, dass wir mit dem arbeiten sollen, was Milow uns eh schon anbietet. Das ganze funktioniert auch wirklich. Inzwischen können wir recht gut erkennen, was in dem Moment die beste Belohnung für Milow wäre.

  • Ich hatte mal als Aufgabe, eine Liste mit 20 Belohnungen für Laila und 20 für Neo zu machen. Dabei galt nicht Kekse, Schweineohren, TroFu etc. sondern wirklich unterschiedliche Sachen. Auch Sachen, sie wir ekelig finden oder die aus anderen Gründen nicht gehen. Dann hast z.B. schwimmen/planschen, Leckerlie, Abstand, in Scheiße wälzen, den anderen Hund fressen, auf meinen Füssenn sitzen etc. Ich finde das eine supergute Übung, denn da merkt man erst mal, was alles Belohnung für den Hund sein kann und dass eben das Leckerlie (so gut es auch sein mag) eben nicht immer das Nonplusultra ist ...

  • Dann werde ich das mal bald wieder in Angriff nehmen.

    Die Hundetrainerin hat mir ja auch sehr ans Herz gelegt Lucia genau zu beobachten was sie mir als Belohnung anbietet. Am besten funktioniert mit ihr ein Stück zu rennen. Das freut sie sehr. Auch verbales Lob denke ich mal. Da geht auch oft das Schwänzchen. :)

  • das ist doch klasse, wenn Du das für Euch etablieren könntest.

    Eben, es gibt so viele Möglichkeiten, seinen Hund zu belohnen . Man muss ihn nur mal beobachten.


    Aber um Deine Frage von weiter oben zu beantworten, es gibt auch die Möglichkeit, nur den Clicker einzusetzen, wenn der Hund keine Leckerlis nehmen kann. Dazu muss der Clicker gut aufgebaut sein. Wenn dem so ist, kann der Click positive Emotionen in unangenehmen Situationen auslösen.

  • Eben, es gibt so viele Möglichkeiten, seinen Hund zu belohnen . Man muss ihn nur mal beobachten.


    Aber um Deine Frage von weiter oben zu beantworten, es gibt auch die Möglichkeit, nur den Clicker einzusetzen, wenn der Hund keine Leckerlis nehmen kann. Dazu muss der Clicker gut aufgebaut sein. Wenn dem so ist, kann der Click positive Emotionen in unangenehmen Situationen auslösen.


    Du sagst es doch selber - es gibt zig Möglichkeiten, den Hund zu belohnen. Was Du nach dem "click" als Belohnung gibst, sollte den Hund belohnen, also ihm in dem Moment gefallen - die Belohnung entsteht immer im Gehirn des zu Belohnenden. Stell Dir vor, Du hast Angst vor Spinnen, es sitzt aber gerade eine direkt vor Dir. Was ist die größere Belohnung? Deine Lieblingsschoki oder das jemand die Spinne entfernt? Der Clicker muss nicht immer zusammen mit Lekerlies eingesetzt werden. Die meisten Leute benutzen aber Leckerlies, weil es die einfachste Belohnung ist (ist immer dabei und man muss nicht groß nachdenken).