Alternativverhalten bei Hundebegegnungen

  • Ich hatte letzten Sonntag eine Begegnung mit einem Retriever ( und seinem Frauchen), der scheinbar auch Probleme bei Hundebegegnungen hat. Frauchen hat ein ganz tolles Alternativverhalten aufgebaut, was mich vor Neid erblassen lies smsofort


    Was genau Frauchen dem Hund gesagt hat, konnte ich nicht verstehen, ich vermute, sie hat ihn auf Nalchen aufmerksam gemacht. Auf jeden Fall durfte er seinen Kautschukknochen an uns vorbei tragen, den Frauchen ihm gab, nachdem sie mit ihm gesprochen hat. Einige Meter weiter hat er ihn Frauchen wieder gegeben und bekam einen Keks dafür. Das fand ich so toll und hätte meinen Mäusejäger gern gegen ein Apportier-Tier .

  • wir haben es jetzt auch zu einem sicheren Sitz geschafftjawollsm auch bei Fremdhunden oder welchen, die uns auch doof finden und das auch laut zu Verstehen geben.


    Ich glaube nicht, das Nala mal irgendwann zuverlässig apportieren würde, aber für einen Hund, der das gern macht, stelle ich mir das als gute Alternative vor.

  • Ehrliche Frage: Ist Sitz bei Hundebegegnungen hilfreich? Ich hatte das auch mal überlegt, las aber, dass der Hund dann ja noch mehr Frust aufbaut, weil er ja still sitzen soll. Das wäre dann eher kontraproduktiv oder so.

    So etwas vorbeitragen klingt irgendwie tatsächlich, als könnte das eher Frust abbauen.

  • Ich glaub, auch das muss man probieren. Bei uns klappt es echt gut. Laila kann dann schauen, was der andere Hund macht, ich steh dazwischen und kann notfalls eingreifen.

    Wir hatten es grad heute in der HuSchu: wir wollten an dem anderen Hund vorbeilaufen, aber Laila hat mich ausgebremst und wollte lieber absitzen und schauen.

  • Für Nala war/ist es schon eine Herausforderung, sich bei einer Hundebegegnung hinzusetzen. Wir haben sehr, sehr lange gebraucht und es hat zuerst bei Hunden funktioniert, denen wir regelmäßig begegnet sind und die von ihr als harmlos eingestuft wurden. Mittlerweile funktioniert das auch bei fremden Hunden bzw. "lauten"Hunden( wie oben schon beschrieben).

    Das Sitz hat sie "damals" übrigens von sich aus angeboten, vermutlich weil sie zuhause für ein Leckerli Sitz machen muss und zum anderen, weil ich damals wahrscheinlich nicht schnell genug war mit Futternachschub bei Hundesichtung ;)


    Bei uns klappt vorbeigehen nicht, damit hat Nala Probleme.

  • Hallo,

    das hat uns auch eine Trainerin empfohlen. Mit dem Futterdummy üben und das sie es immer länger im Maul behält und man dann so an gruseligen fremden Menschen vorbeigehen kann und sie dabei den Dummy trägt. haben wir auch geübt und zum Schluss ist es mir sogar gelungen, sie mit dem Dummy im Maul an eine ganze Gruppe Kindergartenkinder vorbeizuführen. Sie hat nicht rechts und nicht links geschaut, hatte nur ihren Dummy im Maul und ist vorbei gelaufen.

    Weil - so Trainerin - wer was trägt und was im Maul hat, kann nicht bellen und motzen.

    Funktioniert...

    hab es nur dann gelassen, weil sie mit dem Dummy dann futteraggressiv geworden ist, sobald ein Hund dabei um die Ecke kam.


    gruss heike

  • ich komme bei Nala leider mit meiner Idee, etwas länger im Maul zu halten nicht weiter.

    Sie nimmt was, spuckt es aber sofort wieder aus. Wenn ich dann nicht clickere, weil ich ja eigentlich will, das sie das Teil länger hält, wird sie ungeduldig und kratzt mit den Pfoten dran rumsmweintda komm ich nicht weiter. Ist halt kein Apportier-Tier

  • Kann es sein, dass du gleich zu lange wartest, bist du clickerst? Evtl. geh noch mal ein/zwei Schritte zurück und probier es dann noch mal indem du schneller clickst und ganz langsam das halten steigerst.


    Ich scheiter im Moment daran, dass Laila draussen nichts ins Maul nimmt. Selbst ihr Futterbeutel mit Fell geht draussen nicht, dafür ist die Welt immer noch zu aufregend. Kommt Zeit, kommt Futterbeutel biggrin

  • ich will natürlich das im Maul halten verlängern, daher versuche ich später zu clickern, da gibt es auch keinen Zwischenschritt zu dem ich zurück könnte. Nala spuckt sofort wieder aus.

    Egal, ist ja nu auch nix, was wir auf Teufel komm raus können müssen.

  • Also ich denke, dass bei jedem Hund die Lösung für Alternativverhalten individuell ist. Wenn ich die Möglichkeit habe einen schönen Bogen zu laufen und z.B. in die Wiese auszuweichen, ist weiter gehen für uns machbar. Gibt es zu wenig Platz zum Ausweichen, dann funktioniert bei uns nur absitzen. Das klappt nicht zu 100%, aber des öfteren. Während vorbei gehen dann überhaupt nicht machbar ist, da schießt Emil nach vorne. Oft setzt sich Emil auch von alleine hin bei Hundesichtung. Ausserdem habe ich das sitzen in unangenehmen Situationen mit ihm gut geübt. Anfangs dachte ich auch in Bewegung bleiben ist für den Hund einfacher, aber wir gesagt, wird bei jedem Hund etwas anders sein. Emil würde kein Spieli in den Fang nehmen bei Hundesichtung. Obwohl das eine schöne Lösung ist, wenn passend für den Hund.

    Liebe Grüße

    Elke mit Emil


    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Ich habe das Absitzen mit Peri nun auch mal probiert. Nach dem was Claire oben geschrieben hat, erschien es mir sinnvoll. Es ist also so, dass Peri manchmal ganz aufmerksam in eine Richtung schaut, weil er dort irgendwas erspäht. Ich nehme an, es handelt sich um Vorstehen? Das können Menschen oder Hunde in einiger Entferung sein oder auch Vögel oder Katzen auf einem Feld. Als er dies nun gestern tat, weil er einen Vogel auf dem Feld sah, ließ ich ihn absitzen, was super klappte. Er konnte dann noch eine Weile den Vogel beobachten, bevor wir weiter gegangen sind. Kurz darauf kam uns ein älteres Pärchen entgegen und Peri spähte wieder aufmerksam in ihre Richtung. Ich ließ ihn erneut absitzen. Allerdings wollte er vorpreschen und hat sie angebellt, als sie uns passierten. Peri war übrigens an der Leine.

    Ich denke mir nun, dass das Absitzen hilfreich ist bei Sichtungen in der Ferne, damit er dann nicht hinrennt, sondern ich ihn gegebenenfalls anleinen kann. Bei Passanten ist zumindest im Moment der Richtungswechsel oder Bogen gehen die bessere Wahl.

  • Genau. Und dieses ruhige Anschauen wird gemarkert und belohnt.

    Kann man erst mit Objekten üben, die keine Angst auslösen , Vögeln zum Beispiel und dann kann man es später auf die Angstobjekte, bei Euch zum Beispiel Spaziergänger übertragen.

  • oh das klingt toll. Dann übe ich das so weiter. Vielen Dank. Aber es ist schon besser, wenn ich es nun erst nur bei Vögeln mache und noch nicht bei Spaziergängern und anderen Hunden versuche, oder? Bei diesen mache ich dann vorerst den Bogen oder Richtungswechsel, ja?

    Das müsste doch zwei Aspekte verbessern. Ich stelle mir das so vor: Zum einen sollte es doch sein Vertrauen darin aufbauen, dass ich bei Angstauslösern ihn nicht in die für ihn stressige Situation zwinge, sondern eine für ihn entlastende Entscheidung treffe. Zum anderen bekommt er in nicht stressigen Situationen die Gelegenheit zu beobachten und seinem Beobachtungsbedürfnis nachzugehen. Am Ende sollte für ihn im Idealfall doch dann die Begegnung mit Spaziergängern und Hunden so unstressig sein, dass er sie nutzen kann, um sein Beobachtungsbedürfnis auszuleben.

  • Wir haben mit dem absitzen bei anderen Hunden erst in grösstmöglichem Abstand angefangen. Das absitzen soll ja auch Sicherheit bedeuten. Und dann gabs wirklich click für Blick, wobei ich bei Laila aufpassen musste, dass sie sich nicht feststarrt und dann doch nach vorne schiesst. Also habe ich im Prinzip Laila absitzen lassen, den Hund gezeigt, kurz schauen lassen und dann gemarkert und belohnt. Wir sind heute bei längeren Blicken ohne starren bis Laila wieder zu mir schaut. Wenn ich das Gefühl habe, sie starrt sich fest, unterbreche ich das anschauen mit einem click und Laila kriegt ihren Keks dafür, dass sie mich anschaut. Im Training sind wir inzwischen bei ca 2m Abstand in dem Laila den Keks noch nehmen kann ohne dass meine Finger allzusehr leiden. Bei Fremdhunden (also auf der Gassi-Runde) brauchen wir noch 5-6 m Abstand, damit Laila gut sitzen bleiben und den Keks noch nehmen kann.

    Den Bogen gehen kann Laila auch. Das benutzen wir aber eher bei Menschenbegegnungen, da schiesst Laila nicht vor. Bei "normalen" Menschen reicht die 5m Leine, bei Leuten mit "Gepäck" wie Rollator, Gehstock, Golfcaddy, Tasche, Werkzeug .... ist der Bogen schon wesentlich grösser und da müssen wir auch manchmal noch stehen bleiben und Laila drückt sich fest an mich.