Was steckt drin in meinem Hund?

  • Sicher hat sich fast jeder Mischlings-Hundehalter schon mal obige Frage gestellt: "Was steckt eigentlich drin in meinem Hund, welche Rassen, wie könnten seine Eltern und Großeltern gewesen sein?" Und sicher mutmaßen wir und interpretieren dann einiges hinein, entsprechend den Rassen, die uns bekannt sind.
    Das ist verständlich, denn wir wollen unseren Hund ja verstehen und manche seiner Eigenarten sind möglicherweise auf seine Vorfahren zurückzuführen. Und so erging es auch der jungen Frau, die meinen Pflegehund Pelle adoptierte. Denn nichts ist so ungewiss wie Ungewissheit <X


    Ich musste schon öfter schmunzeln, wenn Vereine, die Hunde aus dem Ausland vermitteln, jeden hellen Hund, der nicht gerade eine spitze Schnauze und Stehohren hat, als Labrador ausweisen, ungeachtet dessen, dass es in den jeweiligen Ländern auch eigene Rassen gibt, die hier Pate gestanden haben könnten.
    Doch nicht mal das ist so einfach, wie ich jetzt am Beispiel meines Pflegehundes Pelle erfahren durfte. Ich hätte Stein und Bein geschworen, dass es sich bei ihm um einen Springer Spaniel handelt, man braucht ja nur die entsprechenden Bilder im Internet anzuschauen und außerdem sieht man deren Mixe in seinem Herkunftsland Griechenland durch den englischen Einfluss recht häufig.
    Der Einfuhr von Hunden sind dort keine Grenzen gesetzt und so treffen wir vom Bernhardiner bis zum Husky auf alles, was es in der Hundewelt so gibt und eben auch auf deren Mischlinge.


    Als Pflegemama bekam ich von der Halterin meines ehemaligen Schützlings natürlich auch das Ergebnis der von ihr in Auftrag gegebenen genetischen Rassebestimmung. Ich hatte so was noch nie zuvor gesehen und war wirklich erstaunt, wie umfassend so etwas ausfällt. Nichts mit zwei, drei Zeilen "In ihrem Hund sind a, b, c, und vielleicht noch x, y, z vertreten ... wir danken Ihnen ...
    Der Fragebogen des Labors für genetische Veterinärdiagnostik liefert großes Kino! Schon allein, dass die Analysesoftware 7 Millionen Berechnungen mit 11 verschiedenen Modellen aus 260 bekannten Rassen durchführt, klingt gigantisch. Anhand genetischer DNA-Marker wird so die wahrscheinlichste Kombination in dem jeweils abgefragten Hund ermittelt.


    Bei unserem ehemaligen Pflegehund haben wir bei einem Elternteil Bretonischer Vorstehhund, English Setter, Deutsch Kurzhaar und einen Mischlingshund. Beim anderen Elternteil ist Bretonischer Vorstehhund und Mischling vertreten, ähnlich werden auch Großeltern und Urgroßeltern erklärt.


    So viel zu den heimischen Rassen!


    Der Bretone und der Setter leuchten mir ein, Bretonen sind ja eng mit den Springer Spaniel (den ich vermutete) verwandt. Den Deutsch Kurzhaar hätte ich allerdings überhaupt nicht "gesehen". Allen dreien ist gemeinsam, dass sie Vorstehhunde sind.


    Lustig wird es bei der statistischen Wahrscheinlichkeit der beteiligten Mischlingsrassen, die sich aufgrund der starken Durchmischung nicht mehr prozentual nachweisen lassen.
    Da werden Bologneser, Chesapeake Bay Retriever, Taigan, Pekinese und Bluetick Coonhound gesprochen - alle mit Abbildungen.


    Über Bologneser und Pekinesen reden wir jetzt mal gar nicht :-) 
    Interessant ist aber der Taigan, ein kirgiesischer Jagdwindhund. Diese Hunde waren mir schon öfter in Griechenland aufgefallen, ich hielt sie aber für Saluki-Mischlinge. Nun, diese Rasse hat sich jedenfalls in Pelles wunderschöner langer Rute verewigt und zum Glück nicht das bretonische Stummelschwänzchen, wie bei meiner Hündin Bambi - in der ich übrigens schon immer einen Jagdwindhund mitwirken sah.


    In der Auswertung werden die drei Hauptrassen mit Fotos möglicher Farbschläge genau erklärt und es wird u.a. auf ihr Wesen und auf mögliche rassetypische Erkrankungen detailliert eingegangen.
    Man hat es sich da nicht einfach gemacht, sondern es werden gegen Ende der 19seitigen Auswertung auch Gesundheitstipps mit auf den Weg gegeben und bei welchen Faktoren man unbedingt einen Tierarzt aufsuchen sollte.


    Auch ich beginne von meinem ehemaligen Pflegehund aufgrund der Auswertung einige Verhaltensweisen nun besser zu verstehen, seinen trotz Welpenalter überdurchschnittlich hohen Bewegungsdrang zum Beispiel. Und ich bin zufrieden und auch ein wenig stolz auf mich, ihn in die richtigen Hände gegeben zu haben, wo auf all seine rassetypischen Bedürfnisse eingegangen werden kann.

  • Ich denke, dass die Auswertungen zwar viel hermachen, die Anfertigung jedoch sehr einfach ist. Dazu wird auf eine umfangreiche Datenbank zurück gegriffen. In den DNA Analysen sind ja immer recht abenteuerliche oder fremdartige Rassen vertreten. Das ist für den Halter dann schon was besonderes. Und warum sollten in einem z.B. sehr großen Hund keine Chihuahuagene schlummern? Es reicht ja ein winziger Anteil aus vielen vorherigen Generationen vorher. Dieses Tier selbst kann ein Mischling sein und irgendwann mal den Chihuahua in der Erbkette gehabt haben. Wenn man bedenkt, dass viele Rassen eigentlich auch nur Mixe sind, weil zur Herauszüchtung verschiedene Rassen hinzu genommen worden sind, dann ist es verständlich, dass diese DNA Analysen so spannend ausfallen.

    Liebe Grüße von Jeannine


    die nun ganz ohne Hund ist.




    Dolly, Artus und Gipsy für immer in meinem Herzen

  • Wenn man bedenkt, dass viele Rassen eigentlich auch nur Mixe sind, weil zur Herauszüchtung verschiedene Rassen hinzu genommen worden sind, dann ist es verständlich, dass diese DNA Analysen so spannend ausfallen.


    Genau deshalb hab ich so meine Probleme mit diesen DNA-Analysen. Es gibt ja auch Rassen, die fast gleich aussehen, worin liegt z.B. der genetische Unterschied zwischen einem Pyrenäenberghund und einem Kuvasz. Optisch habe ich da jedenfalls so meine Probleme. Nichts für ungut, Uta <X

  • Liebe Michaela,
    ich hatte ja bisher auch so meine Probleme und kann dich deshalb gut verstehen.
    Bei mir ist es vor allem schon der Gedanke an Rassebestimmung. Das ist in der deutschen Geschichte ein übles, dunkles Kapitel, das darf man nicht vergessen und ich fühlte mich schon deswegen ein wenig unwohl.
    Auch stellte ich mir immer die Frage, was, wenn der zu testetende Hund gerade einer Rasse oder Rassen entstammt, die nicht in der Datenbank gespeichert sind? Aber letztlich finde ich es nebensächlich. Denn hier geht es nicht um Aussonderung und Erhebung über andere, sondern wir bezwecken was positives, ehrliches.
    Und ein wenig unterhaltsam soll es auch sein, darum hab ich das Thema eingestellt.


    Ich denke, beim Aussehen hätte ich auch meine Probleme, wie du es an dem Beispiel der zwei Hütehundrassen beschreibst, Michaela. Doch denke ich mal, Gene lügen nicht und wenn jemand es genau wissen möchte, wäre das eben eine Option. Vorausgesetzt, man hat das Geld dafür übrig.
    Das liebe Geld ist vielleicht ein Hauptgrund, warum wir erst mal so was ablehnen - ich nehme mich da nicht aus, denn wir lieben unsere Hunde, egal, was in ihnen steckt und auf Statussymbole sind wir nicht aus.
    Würden wir zu unserem Hund aber bei Adoption oder Kauf eine Abstammungsliste gratis dazubekommen, hätten wir sicher nichts dagegen, würde uns wahrscheinlich sogar drüber freuen. Doch wenn man uns dafür Geld abknöpfen wollte, igitt :|


    Für mich ist das Gefühl, dass der Halter bestimmte Verhaltensweisen besser verstehen und Training und Erziehung mittels erweiterten Wissens optimieren kann, schon ein Argument und nicht annehmen zu müssen, der Hund hat einen an der "Klatsche". Das ist jetzt überspitzt formuliert, aber bei manchen Hunden könnte man schon mal auf die Idee kommen ... <X


    Toll finde ich, dass man vom Labor neben der konkreten Auswertung auch erklärt bekommt wie so ein Test stattfindet. Ich hatte mir z.B. immer vorgestellt, dass man Haare des Hundes einschickt, es werden jedoch für diesen Test Mundschleimhautpartikel des Hundes mit einem Stäbchen entnommen, so wie wir das aus Fernsehkrimis kennen, um Täter zu ermitteln oder Unschuldige auszuschließen
    Am Beispiel der Hündin Kira, die Labrador Retriever, Deutscher Schäferhund und Parson Russel Hauptanteile hat, wird erklärt, was dominant vererbt ist, z.B. der schwarze "Sattel" des Deutschen Schäferhundes und was bei ihr rezessiv (also in der Genetik zurücktretend) vererbt wurde. Hängeohren sind z.B. meist rezessive, Stehohren dominante Vererbung. Ich finde das sehr informativ.


    Sorgfalt und Aufklärung wird hier Raum gegeben, ein Leitfaden über die Gesundheit mittelgroßer Hunde mitgeliefert und eine Erläuterung der Erkrankungen, zu denen die ermittelten Rassen neigen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass es jetzt Seriosität vortäuschen soll.
    Mir war bislang überhaupt nicht klar, was z.B. für genetische Prädispositionen ein Deutsch Kurzhaar hat - nachdem ich das gelesen hatte würde meine Wahl nie auf einen solchen fallen, wenn ich einen Jagdhund suchen würde.
    An diesem Hund, da hast du vollkommen Recht Jeannine, sieht man ziemlich deutlich, dass einige (rauhaarige) Rassen eingekreuzt wurden, um einen wetterfesten, robusten, belastbaren Hund zu erzeugen, die kommen in der Auswertung aber nicht zum tragen, da ja nicht die Abstammung dieses Hundes bis zu den Anfängen seiner Züchtung erfragt wurde.


    Nachdem ich mich jetzt anhand des mitgelieferten Gesundheitsprofils des D. Kurzhaar mehr über ihn informiert und auch die möglichen Farbschläge gesehen habe, würde es mich nicht wundern, wenn Juri weniger Pointer, sondern mehr D. Kurzhaar-Anteile hätte. Ja, so kann es kommen - ist die Neugier erst mal geweckt ... ;(


    Obwohl ich inzwischen meine, ein solcher Test könnte durchaus sinnvoll sein, würde ich jetzt nicht morgen losgehen und meine beiden alten Mädels ausforschen lassen, denn was nützt es mir, wenn ich wüsste, dass Bambi z.B. auch Taigan-Anteile hätte und natürlich Bretone? Oder, dass Heidi ein Corgie-Schäfi ist? Das wusste ich doch schon immer - oder sind sie es etwa nicht ??? Ihre Geheimnisse werden sie wohl mit ins Grab nehmen ... :(


    Herzliche Grüße
    Uta

  • Ich hätte bei Mischlingen viel zuviel Angst, dass bei so einem Test Kampfhundanteil rauskommt. Grad hier in NRW gäbe es dann nur noch Probleme, denn ich könnte ja nicht guten Gewissens behaupten, dass meines Wissens nach kein Kampfhund drin ist. Ich find die Rasselisten und die daraus entstandene Vorverurteilung so unsäglich schlimm ...

  • Liebe Ulrike,
    das finde ich auch schlimm, denn man kann ja fast jeden Hund durch falsche Prägung, Misshandlung und Scharfmachen zur Waffe machen. Das wissen aber solche Bürokraten hinterm Schreibtisch nicht.
    Da wir wissen, dass es nicht die Rasse ist, die einen Hund gefährlich macht, würde ich auch ohne mit der Wimper zu zucken mein Wissen für mich behalten und das österreichische Labor würde sicher keine Meldung nach D schicken, dass da irgendwo ein Hund mit Listenhundanteil rumläuft.
    Man muss den eigenen Hund dann auch vor der Bürokratie schützen, wenn er denn entsprechende Groß- oder Urgroßeltern hätte - wenn man es optisch nicht gleich sieht, ist der Anteil oft nicht größer als 25 Prozent.
    Und du hast doch eh nur Retriever, oder :-)


    Lieben Gruß
    Uta

  • Ich verstehe eure Abwehr/Misstrauen gegen solche Tests einfach nicht. Da diese im menschlichen Bereich ja auch genutzt werden, kann es doch kein Quatsch sein. Gene können nicht lügen. Es kommt ja auch nicht auf die einzelne Rasse an. Ich finde es doch schon sehr interessant welcher Hauptanteil in einem Hund steckt.
    Zum Beispiel Jagd-, Hüte-, Herdenschutzhund und so weiter, einfach um das Tier besser verstehen zu können. Und am wichtigsten finde ich die gesundheitliche Seite. Herdenschutzhunde vertragen z.B. nicht jede Narkose und können durch das falsche Mittel sterben. Über sowas informiert zu werden finde ich sehr wichtig. Wir geben so viel Geld für unsere Hunde aus und ich finde hier wäre es gut angelegt, eben nicht nur aus Neugier der Rasse.

  • Stimmt, Uta, ich habe "nur" Retriever, aber die sind nicht von einem ordentlichen Zuchtverband und wer weiss, was die Vermehrer da reingekreuzt haben ....


    Petra, wenn ich den Verdacht hegen würde, in meinem Mix ist ein Hütehund drin, würde ich den Test wahrscheinlich auch machen lassen - sicher ist sicher. Aber so sehe ich für mich da keine Notwendigkeit.

  • Ich glaub auch nicht das es bei jedem Hund nötig ist, zB wie bei deinen. Nur weil wir grad mit Kuki zum Röntgen die Narkose brauchten und ich über HSH schon mal so was gelesen hab sagte ich es der Tierärztin lieber, daß es evtl sein könnte. Da hab ich mich schon geärgert den Test nicht gemacht zu haben, weil man dadurch nun nicht genau weiß...

  • Petra, meinst du vielleicht dem MDR1-Defekt, der bei Hütehunden häufiger auftritt? Da nützt ja Kenntnis der Rassenzugehörigkeit such nichts, sondern man lässt den Hund in dem Fall eher auf das Vorhandensein dieses Defekts testen, so, wie man das bei Menschen entsprechend auch tut. Ansonsten wäre das ein bisschen so, als würdest du bei einem Menschen ermitteln, wie hoch der Anteil an asiatischen Vorfahren bei ihm ist und dann davon auf seine Laktose(in)Toleranz schließen. Das haut ja auch nicht hin und wäre ein unnötiger Umweg, statt gleich die Laktosetoleranz zu testen.
    Der MDR1-Defekt geht nämlich vermutlich auf einen einzigen Hund (einen Collie) zurück, was bedeutet, dass er theoretisch bei jedem Collie und Hund, bei dem mal Collie eingekreuzt wurde (z.B. Silken Windsprite) vorhanden sein KANN, aber längst nicht MUSS. Von daher bringt einen das Wissen, was an Rasseanteilen im Hund steckt, in der Hinsicht auch nicht weiter. Und bei anderen Phänomenen ist es ja ohnehin so, dass die Gesundheitsrisiken direkt mit optisch wahrnehmbaren Phänomenen (Merlefaktor, Ridge) verknüpft sind, da braucht man erst recht nicht so einen Test. Nee acht umsonst ist es ja such so, dass verantwortungsbewusste Züchter ihre Zuchthunde auf bestimmte, bei diesen Rassen gehäuft auftretende Erbkrankheiten testen lassen, eben weil man eine bestimmte Rasse nicht automatisch mit einer bestimmten Krankheit gleichsetzen kann.

  • Gut erklärt, Irene rosesm


    Doch Petras Einwand galt ja nicht ausgewiesenen Hütehunden vom Züchter, sondern eben auch Mischlingen. Und, machen wir uns nichts vor, ein Test auf Unverträglichkeiten kann beim Tierarzt auch schon ein ordentliches Loch in den Geldbeutel fressen, wohingegen der Gentest nun auch nicht die Welt kostet. Wenn ich weiß, welche Rassen bei meinem Hund beteiligt waren, kann ich auch gezielt Symptome rechtzeitig erkennen, wenn ich mich vorher mit deren Erbkrankheiten auseinandergesetzt habe. Woher soll ich die aber sonst erfahren, wenn mein Hund nicht augenfällig nach einer bestimmten Rasse ausschaut. Für mich liegt das in meiner Verantwortung und ist genaugenommen eine Art Vorsorge.


    Ich habe auch noch mal tief gegraben, beim Deutsch Kurzhaar.
    Und nun stellt euch vor, finde ich heraus, dass dessen Urahnen ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet stammten und dieser Hund (Hektor I.) dann in Deutschland mit Deutsch Drahthaar verkreuzt worden sein soll, damals noch ein sehr schwerfälliger Hund und nicht so elegant wie der, den wir kennen. Später züchtete man den Englischen Pointer ein.


    Die Tatsache der ursprünglichen Herkunft könnte das dominante Vorkommen des D. Kurzhaar in der Abstammung vieler Mischlinge vom Mittelmeer erklären. Also, der Kurzhaar ist dann doch ein einheimischer Hund im Mittelmeerraum und weil es so schön verwirrend ist, wurden dann aber die Deutschen Kurzhaar Hunde auch wieder reimportiert - Napoleon soll einen nicht unwesentlichen Anteil an seiner europaweiten Verbreitung gehabt haben und auch unterm normalen Volk.


    Interessant finde ich die aufgelisteten Erbkrankheiten dieser Rasse, auf die im Test hingewiesen wird.
    Ich führe sie in einem extra-post mal alphabetisch an da es hier sonst zu lang wird.

  • Cone Degeneration
    eine Erkrankung, die zwei bis drei Monate nach der Geburt auftritt und eine Art Tagblindheit (bei hellem Licht) bedeutet.


    Exfoliative Kutane Lupoide Erythematodes
    ist eine sehr schwere vererbte Hauterkrankung, eine Art Lupus, die bereits mit einem Jahr beim Hund auftreten kann und sich durch Schuppen und Krustenbildung großer Hautareale äußert. Es kann u.a. zu Entzündungen, Lahmheit und Teilnahmslosigkeit kommen. Auch Veränderung des Blutes kann auftreten und so müssen viele dieser Hunde bereits in jungen Jahren euthanasiert werden.


    Junktionale Epidermolysis Bullosa
    ebenfalls Erberkrankung, die sich in extremer Empfindlichkeit der Haut und Schleimhäute bemerkbar macht. Schon durch sehr leichte mechanische Beanspruchung der Haut kann starke Blasenbildung auftreten, diese platzen auf und es führt zu Entzündungen, Infektionen, bis hin zu Geschwüren. Symptome werden bereits ab Geburt bei einzelnen Tieren beobachtet und nehmen weiter zu, je älter das Tier wird. Hauptsächlich betroffen sind Pfotenballen (Verkrustung), Liegestellen der Ellbogen, Knie, Sprunggelenke und Hüften. Zahnfleisch, Zunge, Lippen und Ohrmuschel sollen ein weiters Angriffsfeld dieser Erkrankung sein, für die es bislang keine Heilung gibt.


    Muskeldystrophie - DMD
    ein Gendefekt, basierend auf dem X-Chromosom, dürfte bekannter sein. Häufig bei Rüden, etwas seltener bei Hündinnen. Die daraus resultierende Muskelschwäche führt u.a. zu einer Vergrößerung der Zunge und bereitet Atem- und Schluckschwierigkeiten. Die Erkrankung schreitet rasch voran und ist ebenfalls unheilbar.


    von Willebrand Erkrankungen – vWD II
    hier haben wir erblich bedingte Blutgerinnungsstörungen verschiedener Stärkegrade, zum Teil mit abnorm heftigen Blutungen. Obwohl der Deutsch Kurzhaar "nur" von einer leichter Ausprägung betroffen ist, kann es dennoch zu blauen Flecken, Nasenbluten und starker Nachblutung nach Verletzung und/oder OP kommen.


    Irene, du hast somit Recht, dass verantwortungsvolle Züchter die Käufer auf Erbkrankheiten aufmerksam machen sollten, ich glaube jedoch, da viele Hunde aus dem Tierschutz kommen und Deutsch Kurzhaar-Mischlinge oder andere von Erbkrankheiten betroffene Rassen oft nicht "erkannt" werden, ist die Gefahr einer Fehldeutung von Krankheitssymptomen immer gegeben, da manche der Symptome z.B. auch bei den Mittelmeererkrankungen auftreten können. Ich habe erst kürzlich einen DKH-Vermittlungshund gesehen, der auffällige Hautsymptome hatte, auf die aber vom Verein nicht weiter eingegangen wurde.


    Daher halte ich die Abstammungstests (es sei denn, man hat Langeweile und möchte nur mal wissen, ob der Designer-Hund auch wirklich einer ist) schon für sinnvoll.


    Ich will hier keine Werbung für derartige Test machen, habe die Erkrankungen auch nur auszugsweise und mit meinen Worten beschrieben, doch denke ich, dass wir immer die Vor- und Nachteile von etwas gegeneinander abwägen sollten, ehe wir urteilen.


    Lieben Gruß
    Uta