Pro und Contra Kastration

  • Da ich im Forum keinen Artikel gefunden habe über das Thema Kastration, würde ich gern eins aufmachen, um mal eure Meinung zu erfahren.


    Ich würde gern einen Link zur juristischen Betrachtung des Themas von Susan Beaucamp bereitstellen.



    Ihren Artikel finde ich informativ und lässt diesen Eingriff gar nicht als so selbstverständlich ansehen, sondern regt zum Nachdenken an.

  • Da an anderer Stelle im Momente über das Thema geschrieben wird und ich mir da auch so meine Gedanken zu mache, finde ich es gut den Thread hier wieder aufzugreifen.


    Bei Paula ist die Geschichte schon gelaufen, sodass es keine Möglichkeit zu einer Entscheidung gab, die gegen oder für eine Kastration spricht. Rein rechnerisch erfolgte diese wohl vor der ersten Läufigkeit. Gibt es in diesem Zusammenhang Erfahrungen oder Belege, die darauf hindeuten, dass sich durch eine Frühkastration ein Angstverhalten verstärken kann?

  • Schau mal bei der Sophie Strodtbeck, die hat viel zum Thema Kastration geschrieben.

    Ich könnte mir vorstellen, wenn in eine spookey period hineinkastriert wird, dass sich diese Unsicherheit manifestieren könnte. Wenn dazu dann noch die entsprechenden Haltungsbedingungen kommen ...

  • Doch, denk mal drüber nach, aber nicht in die Richtung "der arme Hund", sondern wie Du damit umgehen solltest/kannst.

    Ich hab mir bei Neo klargemacht, dass seine Hirnentwicklung (er ist Frühkastrat) unterbrochen wurde und dass daher manche Sachen einfach nicht funktionieren, weil Datenstraßen einfach nicht angelegt werden konnten bzw. nicht weit genug ausgebaut wurden, andere Straßen aber breit ausgebaut geblieben sind, weil sie während der Pubertät nicht rückgebaut werden konnten. Manche Wege konnten wir über Training zu kleinen Straßen ausbauen, manche große Straße rückbauen, manche Datenautobahn ist geblieben, weil sie durch selbstbelohnendes Verhalten (bei ihm hinrennen zu anderen Hunden) immer wieder genutzt wurde. Nachdem ich mir das mal sortiert hatte, konnte ich Neos Verhalten erst mal akzeptieren und für mich sortieren, wo ich mit Training angreifen kann und wo ich einfach Management betreibe und auf das Alter hoffe.

  • Jetzt werdet ihr hoffentlich nicht Alle gleichzeitig aufstönen und meinen: „Oh Mann, nicht DIE

    schon wieder,...die hört ja nie auf zu schreiben!“ smverlegen

    Dieses Thema erweckt aber extrem starke Gefühle in mir, die ich oft nicht beschreiben kann.

    Weil es weniger um den „Eingriff“ selber geht als um missverstandene Tierliebe!



    Uiii! Ein heikles Thema! Ein Thema wobei sich die Meinungen extrem scheiden!

    Ein Thema das viel Tiefgründiger ist als man denkt.

    Um Susan Beaucamp Gesetzauszug zu zittieren : „ Danach darf keinem Tier ohne VERNÜNFTIGEN Grund „Schmerzen, Leiden oder Schaden“ zugefügt werden“

    Und da haben wir es,....Vernunft!

    1) Ich komme immer mehr zu der Überzeugung das es sich, nicht immer, aber hauptsächlich um Tierschutzhunde handelt die Stress und Angst durch ihre Genetische Vorgeschichte zeigen. Ergo schon die „Großeltern und Eltern“ dieser Hunde kannten nichts anderes als Stress, Angst und Flucht um auf der Straße zu überleben. Also, auch wenn ich diese Nachfahren unkastriert lasse ist es nicht gesagt das sie durch Sexhormone auf einmal alles andere „mitgegebene“ vergessen. Es wird nur für die Hundehalter und deren Familie anstrengender, besonders für diejenigen die Erstbesitzer sind und Hunde weder lesen können noch die nötigen Vorraussetzungen bieten können um für die Sicherheit Aller zu sorgen. Was natürlich immer mehr erschwert wird, wenn man sich hier in Wien umsieht, und jeder 3. schon einen Hund aus dem Tierschutz mit „Problemen“ hat. Sind diese „Baustellen“ nicht ausreichend???

    2) „Baustellen“ / „Leiden“ ,.... wie oft sehe ich junge Männer mit ganz bestimmten Hunderassen die NICHT EINMAL WISSEN WAS VERNUNFT IST und bei denen man das Wort Kastration nicht einmal erwehnen darf, sie sich selber betroffen fühlen (wobei ich mir dann sehr auf die Zunge beißen muß) ,...(nochmals! Nicht Alle!!!) Sie haben einen tollen Hund, der sich männlich-macho ins Zeug legt,...Alle läufigen Hündinnen in der Nachbarschaft riecht und die Wohnung zerlegt, nicht zu bändigen ist, winselt, sabbert und nur raus will - SEINER BESTIMMUNG nachgehen möchte aber nicht darf - STRESS ! In meinen Augen leiden diese Tiere,.....Sexfrust ist schrecklich (ich spreche hier nicht aus eigenen Erfahrungenbiggrin) Die Hoden schwellen an, es gibt ausraster, vielleicht auch Frustbeißer! Sie müssen Hormon chips oder Injektionen erhalten etc etc etc.,...

    Was? Ist das kein Stress? Ist das kein LEID?

    Besonders dann wenn

    3) Eine ganz liebe Kunde mir verzweifelt erzählt das ihr Rüde jetzt schon zum 4 x Prostata Entzündung hat und er sich immer so vor dem TA fürchtet. ,....NICHT BÖS SEIN! Was soll das? Der Süße hat so große Hoden das er nicht einmal gescheit gehen kann und sie meint Kastration ist „unnatürlich“ . Da konnte ich mir nicht auf die Zunge beißen und sagte: „ Sie finden es „natürlich“ den Hund über Jahre zuzusehen wie er Schmerzen hat? „ - ,.....dann kamen die Erklärungen, noch mals,...nicht bös sein!!! ,..“Aber er bekommt ja eh den Chip eingesetzt, er bekommt ja eh Antibiotika, er bekommt ja eh, er bekommt ja etc etc........

    Ja zu Teufel nochmal! Wie war das mit SCHMERZEN, LEIDEN UND SCHADEN?

    oder

    4) Einige (ja leider) Hundehalter von jungen Hündinnen verkünden,....es wurde mir geraten die Hündin erst nach der ersten Läufigkeit Kastrieren zu lassen. (Die Beweggründe sind uns Allen oft genug gesagt worden) ,....aber dann kommen sie und erzählen mir von den bangen Momenten weil der Zeitpunkt doch nicht richtig war und die Gebärmutter wieder am anschwellen war (sie könnten ja nicht „reinschaun“) und der Eingriff länger dauerte und die Ärzte meinten das sie vorsorglich Antibiotika und Schmerzmittel geben müssen. .......und was ist mit dem plötzlichem Abfall der Hormone im Körper? Leiden da die Hunde nicht auch?

    Nach der ersten Läufigkeit ist ein Hund noch nicht „erwachsen“ - so was soll das Argument dann, es wäre für die Entwicklung besser?


    Ich könnte noch so lange weiter schreiben, weil mir Kunden mindestens 1 oder zweimal pro Woche ihre Geschichten erzählen und so viele Beispiele bringen wo es für eine Rechtzeitige Kastration sprechen würde. Muss aber auch dazu sagen das ich grundsätzlich nichts dagegen habe die Hunde die eine Aufgabe haben und in der richtigen Umgebung und mit dem richtigen Besitzer gehalten werden intakt zu lassen.

    Ich glaube nicht das sich ein Angstverhalten ohne Kastration zum positiven ändern würde, eher das da noch mehr Stress dazu kommen würde.

    Ich glaube das Tierschutz oft mißverstanden wird und es manchesmal nichts mehr mit dem Schutz des Tieres zu hat sondern mehr mit einer Vermenschlichung. Hunde „denken“ nicht wie wir und können daher auch nicht „traurig“ sein das sie nie Babies haben werden. Sie vermissen das nicht. Sie kennen nur von Natur aus gesteuertes Verhalten denen sie nachgehen müssen aber nicht dürfen (und wie man ja so gut im Ausland erkennen kann, nicht sollten)


    Ich werde weiterhin Vernunft zeigen und jegliche unnötigen TA Behandlungen die mit nicht Kastration in Verbindung stehen, Stress, ungewollte Annäherungsversuche, Hysterie und eventuelle gesundheitliche Beeinträchtigungen von meinem Tier fernhalten.


    Denn wie der Begriff Tierschutz schon sagt, schütze ich was mir zur Obhut anvertraut wurde und übernehme die Entscheidungen die das Tier ja nicht für sich selbst treffen kann.


    In Liebe und Verständnis das Ihr anderer Meinung seid, geschrieben! smknutsch

  • Also... Es scheint ja was ausgelöst zu haben, was dir auf dem Herzen liegt und ich danke dir für deine Gedanken :)

    Allerdings, ich für meinen Teil habe gar nicht benannt welche Meinung ich in diesem Zusammenhang vertrete, sondern wollte nur wissen ob es Erfahrungswerte oder empirische Erkenntnisse im Hinblick auf ein Angstverhalten im Kontext von Kastrationen gibt. Weiterhin fand ich einfach den Gedanken nicht schön, wenn ein Tierschutzhund und dann dazu noch ein Angsthund dummerweise im Rahmen der Spukphase kastriert wird. Mir ging es aber nicht um eine Grundsatzdiskussion über Kastration im Allgemeinen. Das wollte ich nach deinen Worten nur noch mal erklären :)

  • Barkhan, Fussels Vorgänger, hatten wir auch recht früh kastrieren lassen, da er sich in seiner großen Dominanz geradezu mit jedem anderen Hund angelegt hat und Erziehung praktisch unmöglich war. Danach hat er sich zu einem lebhaften, mutigen, ausgeglichenen, selbstbewussten, sehr gut erzogenen Hund entwickelt. Für ihn war die Entscheigung ihn kastrieren zu lassen gold richtig.

  • Sorry, Vanessa! smdrueck

    Uta hat nach unserer Meinung gefragt.

    Ich hatte nicht die Absicht Dich persönlich mit meinen Gedanken über das Thema zu bedrengen. Ich versteh schon was Du gemeint hast. Und es ist klar das Du Dir Gedanken machst.

    Aber denkst Du etwa nicht das die „Spukphase“, wie Du es so lieb beschrieben hast, so oder so da wäre?

    Es ist ja schön sich die ganzen „Links“ durch zulesen, aber ich bin nun mal ein Mensch der sich selbst eine Meinung bildet. Das heißt ja nicht das Andere das machen müssen.

    Ich habe ja auch täglich mit so vielen verschiedenen Hundehaltern Kontakt. Jeder Hund und jeder Besitzer ist anders.

    Darum finde ich es ja so toll hier auch mal etwas von einer anderen Seite Betrachten zu können. Ergo zum denken angeregt zu werden finde ich Super!


    Ich werde mich in Zukunft bemühen meine Gedanken nicht so passioniert auszuschütten!

    smknutsch

  • Mea Culpa... Ich hatte das gar nicht mehr auf dem Schirm das Uta den Thread eröffnete und ich ihn hoch holte smverlegen Daher bezog ich das auf mein Geschreibsel und war etwas verwirrt, weil es für mich nicht so zusammenhängend war, wenn auch sehr interressant :)

    Man verzeihe mir... in 2.5 Wochen habe ich Abgabe... ein bisschen Fehler im System


    Und bitte schütte weiterhin alles aus wie es aus dir raus kommt. Ich mag das sehr smknutsch

  • Ich mag das auch kontroverse Diskussionen und respektiere, wenn jemand anderer Meinung ist.

    Doch bei diesem komplexen Thema ist eine starre Haltung wahrscheinlich nicht angebracht, sondern man muss jeden "Fall" eines Tieres neu betrachten.

    Wenn ich an den jährlichen unkontrollierten Welpen-Ausstoß in den Problemländern denke, dann bin ich dort auf jeden Fall für Kastration, um die Flut des ungewollten und ausgesetzten Nachwuchses (und auch der erwachsenen Tiere) entgegen zu wirken. Dass meine beiden griechischen Hündinnen hier kastriert ankamen, war für uns also selbstverständlich.


    Allerdings war unserer erster Rüde nicht kastriert und hatte diesbezüglich auch keine gesundheitlichen Probleme. Er war von Natur aus nicht so ein aufgeregtes Tier.

    Wir waren uns aber jederzeit bewusst, dass wir in der Verantwortung stehen, zu verhindern, dass er keine Hündin deckt und auch, dass er unter seinem natürlichen Trieb nicht leidet. Klingt erst mal wie ein Widerspruch in sich selbst, doch es war mit im machbar. Ein anderer Rüde hätte uns aber vielleicht vor Probleme gestellt.


    Bei einer griechischen Hündin, die als Welpe zu uns in Pflege kam und in den zwei Jahren hier zwei Läufigkeiten durchmachte, habe ich solche Extreme erlebt, dass ich sie nach der zweiten Läufigkeit im Einvernehmen mit dem Verein kastrieren ließ.

    Es heißt ja, dass die erste Läufigkeit nur ganz schwach wäre, dem war bei dieser Hündin nicht so. Sie ließ zum einen keine Höschen mit Einlagen zu und sie blutete in einer Nacht so stark, dass es durch alle Auflagen - Hundedecke, Bettdecke, Matratzenschoner - bis zur Matratze durchsuppte.

    Zwar war die zweite Läufigkeit dann etwas schwächer, doch die Scheinschwangerschaft, Gesäugeschwellung, verstärkte Ängstlichkeit (es war auch ein Angsthund) waren so massiv, dass uns kein anderer Weg blieb.

    Natürlich muss man bei Angsthunden auch immer davon ausgehen, dass sie im Falle einer Trächtigkeit die Angst auf ihre Welpen vererben können, mal ganz abgesehen davon, dass wir die Tiere, die wir aus schlimmen Verhältnissen retten, hier nicht vermehren wollen und sie unkastriert u.U. einem höheren Krebsrisiko ausgesetzt sind.


    Zum Beispiel habe ich bei Pelle in den Vertrag nicht mit reingenommen, dass er kastriert werden MUSS. Ich gehe hier von der Eigenverantwortlichkeit der Halterin aus und traue ihr zu, dass sie selber entscheiden kann, ob dies notwendig ist oder eben nicht. Hier habe ich eigenmächtig den Weg der Vernunft beschritten, denn auch Kastrationen können Folgen haben.


    Bei Niki sieht die Sache schon anders aus. Es zeichnet sich bereits jetzt, mit sieben Monaten ab, dass er ganz wild nach läufigen Hündinnen ist, die Ohren absolut auf Durchzug stellt und bereit ist, seinem Trieb zu folgen. Die Gefahr, mit ihm in ein Auslaufgebiet zu gehen, in dem hier unvernünftigerweise auch Leute mit ihren läufigen Hündinnen gehen, ist abzusehen und es stellt sich schon die Frage: Was haben die Halter von einem unkontrollierbaren Rüden, der sich unter Umständen selbst in Gefahr bringt???


    Es ist wie in so vielen Situationen im Leben eine Sache des Abwägens. Dass wir hier über ein Tier hinweg entscheiden müssen, ist nicht angenehm, aber manchmal lässt es sich leider nicht vermeiden.


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    Lieben Gruß

    Uta

  • Hallo,

    ein sehr interessantes Thema, das ich echt verschlinge.

    Die Frage ob Kastration oder nicht, stellt sich uns bei Kiwi jedes halbe Jahr wieder aufs Neue. Die Läufigkeit ist bei ihr immer echt anstrengend, sie ist ängstlicher und auch aggressiver in der Läufigkeit, auch uns gegenüber. Jedesmal denken wir dann, ok, in 100 Tagen wird sie kastriert. Wenn dann die Zeit um ist und die Zeit der Kastration da wäre, entscheiden wir uns jedes mal wieder dagegen, weil wir Angst haben, dass sie dann nur noch so wie während der Läufigkeit ist und gar nicht mehr so lieb wie in der Zeit dazwischen.


    Der Rüde meiner Schwiegereltern ist kastriert, er hat, wenn auch nur irgendwo in ferner Nähe eine läufige Hündin rum lief, ständig stundenlang an seinem Schnieps geleckt und rumgebissen, das war ganz schlimm. Und hat dann auch alles bestiegen, was ihm zwischen die Beine kam. Seit er kastriert ist, ist das alles weg und er ist total ausgeglichen. Läufige Hündinnen interessieren ihn natürlich noch, machen ihn aber nicht mehr fertig von der Psyche her. Da war es total richtig.


    Während ich bei meiner Kiwi immer wieder alles abwäge, mich aber letztlich nicht traue.


    gruss heike

  • Zitat von Uta:

    Zum Beispiel habe ich bei Pelle in den Vertrag nicht mit reingenommen, dass er kastriert werden MUSS.



    Das finde ich gut Uta! Das war bei uns zum Glück auch so. Obwohl ich gedacht hatte, ich müsste Nala kastrieren lassen und der Termin auch schon stand , meinte meine klasse "Trainerin" , 1. ob es in dem Vertrag wirklich stehen würde und 2. ob ich denn wüsste, wann Nala läufig war. Grübel, grübel. Sie hat mir dann erklärt, das es bei einer Hündin schon mehrere Wochen dauert, bis sich die Hormone wieder vernünftig eingependelt haben.

    Ich muss gestehen, bis dato hatte ich mir nicht wirklich Gedanken drum gemacht.


    Zum Glück steht im Vertrag auch nur, das es vom Verein 100 € dazugibt, wenn ich Nala im ersten Jahr kastrieren lasse .

    Ich habe sie nicht kastrieren lassen, obwohl mich viele verrückt gemacht haben wegen Scheinträchtigkeit, Gaga in der heissen Zeit usw.

    Da hab ich mit Nala wohl richtig Glück gehabt. Sie hat nach 60 Tagen (oder 63? ) einen depressiven Tag und das war es.

    Ich finde, es gibt sicherlich gute Argumente, für aber auch gegen eine Kastration, da muss von Hund zu Hund entschieden werden , wie Uta schon erwähnte. Es wäre auch toll, wenn der TA oder die Tierarzthelferinnen vernünftig aufklären würden, die haben meinen Terminvorschlag damals nämlich einfach so hingenommen.

    UND natürlich: Asche auf mein Haupt. Auch ich hätte mich vorab vernünftig informieren MÜSSEN.

  • Ich hab auf der anderen Seite ein paar umkastrierte Hündinnen erlebt in der Nachbarschaft, die im Alter Gebärmutterentzündungen bekamen, das wurde zu spät erkannt und die Hündinnen starben elendlich daran. Eine Geschichte ist mir wirklich dramatisch im Gedächtnis. Die Hündin erkannte in der Klinik ihre Leute nicht mehr und hat das Frauchen angeknurrt. Starb schließlich an innerer Vergiftung. Das hat mir so leid getan, weil ich die große Hovawart-Hündin gut kannte, sie liebte einen meiner Kater und der sie und wenn sie hier bei uns vorbeikamen, schmiss der Kater sich vor ihr auf die Erde und sie schmusten. Er begrüsste auch immer sein beiden Frauchen, doch als sie ohne die Hündin kamen, guckte er sie nicht mehr an, das fand ich schon gruselig. So, als ob er alles wüsste.


    Dabei ist Gebärmutterentzündung sogar homöopathisch gut zu behandeln, aber wenn man da als Tierarzt nicht drauf kommt und das Tier letztlich in der Klinik landet - ich weiß nicht, ob ältere Tierre, wenn sie derart "abgeschoben" werden, sich nicht auch aufgeben.

    So gesehen war ich froh, dass meine Mädels kastriert sind.


    Ich kann die Entscheidung für eine Kastration verstehen, wenn sie nicht bloß aus Bequemlichkeit gemacht wird. Doch dass die Tierärzte da so schnell mit bei der Hand sind, ist schon bedenklich, vor allem klären sie nicht unbedingt über die Risiken auf, wie z.B. Inkontinenz, die nicht nur bei der Hündin, sondern auch beim Rüden auftreten kann.

    Hier geht es oft nur ums Geld. Vor allem klaffen die Preise von Praxis zu Praxis sehr weit auseinander.


    Für die meisten Halter ist es meist eine schwierige Entscheidung.


    Lieben Gruß

    Uta

  • Alles ist Gut Vanessa! smknutschIst Verständlich, Du hast ja wirklich ganz viel Druck! Du schaffst es, davon bin ich überzeugt!

    Ich kann die Entscheidung für eine Kastration verstehen, wenn sie nicht bloß aus Bequemlichkeit gemacht wird. Doch dass die Tierärzte da so schnell mit bei der Hand sind, ist schon bedenklich, vor allem klären sie nicht unbedingt über die Risiken auf, wie z.B. Inkontinenz, die nicht nur bei der Hündin, sondern auch beim Rüden auftreten kann.

    Kann es in das TÄ schon so eine Routine bei der OP entwickelt haben und einfach nur schnipp schnipp machen und nicht behutsam genug arbeiten?

    Meine TÄ meinte das der Eingriff an einer noch nicht entwickelten Gebärmutter weniger kompliziert und dadurch auch nicht so ein grosses Risiko wäre. Auch der Schnitt is kleiner und die Erholungszeit kürzer. Wir haben lange und ausführlich darüber gesprochen was für Vor und Nachteile es gäbe. Das fand ich ganz toll.

  • IPad funktioniert besser,....smverlegen


    Ein zusätzlicher Nebeneffekt soll ja auch die Gewichtszunahme sein. Da muß ich dazu sagen das dies ohne weiteres unter Kontrolle gehalten werden kann und es auch an uns liegt richtig zu füttern und uns zu Bewegen. Meine Alte Hündin wurde erst später etwas bummeliger weil sie durch ihre Arthrose nicht mehr so viel laufen konnte. Bei Lieselotte ist es noch kein Thema, als typische 2 jährige läuft sie gerne, und im Wald gibt es immer etwas zu erklimmen!

    Viele meiner Kunden sind verblüfft wenn ich sie darauf hinweise das sie die Leckerlies die sie den ganzen Tag lang geben bitte von der Tagesration der Futtermenge abziehen sollen!


    Aber so wie ihr gemeint habt, es kommt wirklich auf jeden Hund individuell an und finde es toll das ihr so auf Eure Lieblinge eingeht.smknutsch

  • Unsere erste Hündin wurde nach der 2.Läufigkeit kastriert, sie war eine kleine Hündin und sehr zeitig das erste Mal läufig. Daher haben wir hier abgewartet. Und sie hatte, wie Vicky jetzt zufällig auch, einen Nabelbruch, der gleichzeitig entfernt wurde.

    Vicky war ja vor Kurzem läufig, ganze 3 Wochen hat sie geblutet, aber außer ein paar wenige Blutstropfen, hat sie sich super sauber gehalten und war immer am putzen. Für uns steht die Entscheidung zur Kastration, auch schon wegen dem Nabelbruch.

    Unsere Freundin hat inzwischen die 3.Hündin, die erste war unkastriert und starb mit 6 an Krebs, die zweite bekam Hormonspritzen und starb mit 9 an Krebs, trotz OPs in den 3 Jahren zuvor. Ihre jetzige Hündin hat sie nach der ersten Läufigkeit kastrieren lassen, da gab es für sie keine Überlegung mehr. Eine andere Freundin hat einen Großen Schweizer mit Pöbelproblemen nach 9 Jahren kastrieren lassen, da er Hodenkrebs hatte. Zum Glück wurde alles rechtzeitig entdeckt und er ist inzwischen 11 Jahre alt. Auch sie denkt in Zukunft anders über das Thema Rüdenkastration nach.
    Unsere Ersthündin wurde zwar nur 11, aber da spielte das Herz nicht mit. Mit Tumoren o.ä. hatten wir nie Probleme.

    Wir sind uns sehr wohl bewußt, dass eine Kastration ein großer Eingriff ist, aber ich sehe es in erster Linie auch als Krebsvorsorge. Ob und wie Vicky sich danach noch entwickelt, werden wir sehen und egal was kommt, wir haben uns für sie mit allen Konsequenzen entschieden und ziehen das auch in voller Verantwortung durch.

  • Ich hol mal diesen Thread ein bisschen vor.
    Wir sind momentan im Zwiespalt.
    Hier sind momentan viele läufige Hündinnen unterwegs. Milows Hormone spielen dementsprechend natürlich verrückt.
    Es ist schon die dritte Läufigkeitsphase, die Milow erlebt und dieses Mal ist es bisher auch die schlimmste.


    Einerseits machen ihn seine Hormone gerade total mutig. Er läuft draußen total aufmerksam (auch auf uns reagiert er momentan total super), geht neue Wege, mag viel länger Gassi gehen. Er schnüffelt und markiert aber nicht mehr oder weniger als sonst.


    Andererseits ist er in der Wohnung momentan unerträglich. Er jammert ständig, fressen mag er fast gar nichts mehr (frisst ausschließlich Abends eine kleine Portion), zum Spielen lässt er sich nicht motivieren, sein heißgeliebter Schnüffelteppich ist ihm total egal und auch andere Beschäftigungsmöglichkeiten nimmt er einfach nicht an. Er kommt nur schwer zur Ruhe. Abgenommen hat er auch schon wieder etwas.
    Das auffälligste: Er rammelt seit einigen Tagen seinen Plüsch-Elefanten. Wir unterbrechen das immer, da er deutlich Stress hat.


    Nun stellt sich uns natürlich die Frage: Kastrieren? Hormonchip? Oder erstmal abwarten, ob es in den nächsten Läufigkeitsphasen auch so schlimm (oder schlimmer) wird?