Auslandstierschutz

  • Wir sind gerade aus der Türkei aus dem Urlaub zurück. Ich wollte von euch mal die Meinung hören oder konkrete Infos, die vllt. über Tasso schon gegeben wurden.
    Hier in der Hotelanlage gibt es ein paar wenige Hunde und jede Menge Katzen. Die Katzen sind sehr schlank. Eine Hündin mit deutlich geschwollendem Gesäuge ist extrem mager. Die anderen Hunde sind gut im Futter. Ein Problem habe ich mit den Katzen. Wie verhält man sich richtig? Die Katzen laufen im Speisesaal herum und betteln wie irre. Anfangs wollte ich das nicht unterstützen und dachte, dass es nicht gut ist, ihnen etwas abzugeben. Bestimmt werden sie im Herbst nach den letzten Besuchern um die Ecke gebracht. Und mit dem Füttern unterstütze ich, dass es ihnen bis dahin gut geht und sie sich fleißig vermehren. Aber sie haben JETZT Hunger! Und viele Menschen fuettern sie. Also haben sie nun auch von uns etwas bekommen. Egal ob Wurst, Fleisch oder Brot- die nehmen alles! Man kann doch nicht einfach in diese Augen der jungen Katzen schauen und das ignorieren.
    Aber wie verhält man sich nun als Urlauber richtig? Ich meine jetzt, ohne eine Aufklärung über Kastration usw. ins Leben zu rufen?

  • Das ist wirklich eine gute Frage, auf die mir um diese Uhrzeit auch noch keine Antwort einfällt.


    Was mir beim Lesen aber durch den Kopf geht, ich höre solche Berichte von Tieren, die bettelnd durch die Hotelanlagen schleichen, erst seit einigen Jahren. Nun war ich noch nie in so einer Ferienanlage in den Mittelmeerländern. Wie war das vor 10, 15 Jahren? Gab es die Tiere da auch schon?

  • Das weiß ich auch nicht Michaela. Diesmal waren wir tatsächlich in einer Ferienanlage. Als wir im Sommer in Alanya-Stadt Urlaub gemacht haben, bot sich übrigens ein ähnliches Bild. Überall Katzen, die zutraulich sind und an den Gaststätten betteln. Nur hier gab es einen sehr großen Unterschied. Uberall waren Katzenhaueser und Futter-/trinkstellen errichtet, die gut bestückt waren. Die Einheimischen sind freundlich bis ignorant zu den Hunden und Katzen, aber nie böse.
    Ich frage mich, was mit denen wirklich im Winter passiert, denn bestimmt ist keiner kastriert und eine noch größere Schwemme konnte ich in den beiden letzten Jahren nicht erkennen.

  • Wie war das vor 10, 15 Jahren? Gab es die Tiere da auch schon?


    Also ich weiß zumindest von vor 25 Jahren aus Ägypten, dass da die Katzen in touristischen Lokalen schon sehr aufdringlich sein konnten. So, dass sie einem mehr oder weniger auf den Schoß sprangen und auf den Teller gucken wollten und so.
    In Lokalen, die nicht so sehr von Touristen angelaufen wurden, war das nicht der Fall. Streunende Katzen und Hunde gab es aber schon reichlich.

  • nach ca. 3 jahren waren alle verschwunden. es kamen lediglich max. 2 stück. das tat mit schon leid.
    auf dem 2. bild obenauf ist die assi, die habe ich mir damals mitgenommen. sie war ein goldschatz.
    sie legete sich einfach in wohnmobil, obwohl wir die sindy mithatten und ging nicht mehr raus.
    ihr permanenter durchfall war nicht so lustig.

  • Uberall waren Katzenhaueser und Futter-/trinkstellen errichtet, die gut bestückt waren.


    Die Erfahrung habe ich in meinen Türkei Urlauben auch gemacht. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das für ein positives Bild für die Touristen gemacht wird, da ich denke das es relativ bekannt ist dass die Deutschen, im Gegensatz zu anderen Ländern, sehr tierlieb sind.


    Ich habe immer alle Hunde und Katzen von der Straße, die mir in sämtlichen Urlauben begegnet sind gestreichelt und gefüttert.
    Schon als Kind habe ich den Satz "Keine Straßentiere anfassen, die sind doch alle voll mit Ungeziefer" konsequent ignoriert! :D weil ich eben denke, für diesen Moment ist es für die Tiere schön smweißnicht Was danach passiert, kann man ja leider nicht wirklich beeinflussen.


    Da fällt mir noch eine lustige Geschichte aus meinem Urlaub in der Türkei letztes Jahr ein:

    In der Hotelanlage gab es auch ein paar Katzen, die auch sehr zutraulich waren.
    Wir lagen also am Strand auf unseren Liegen und ich konnte beobachten, wie sich eine Katze zu einem Ehepaar (Typ "Oberspießer") die ebenfalls am Strand lagen, geschlichen hat. Du Frau hat laut rumgeschrien wie eklig die Katze doch wäre und sie verscheucht.
    Tja, dann kam die Katze zu uns, machte einen Satz, sprang auf meine Liege und hat sich wohlig schnurrend auf meinem Bauch breit gemacht :D Ich habe mich natürlich darüber gefreut. Die Frau hat das ganze Beobachtet und ihr Blick war unvergesslich, soviel Entsetzen in einem Gesicht habe ich selten gesehen ;( Für meine Genugtuung habe ich sie noch schön angegrinst :D


    Das war der kleine Übeltäter smwolke :


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  • Nun war ich noch nie in so einer Ferienanlage in den Mittelmeerländern. Wie war das vor 10, 15 Jahren? Gab es die Tiere da auch schon?


    Dazu noch, ich erinnere mich noch an einen Urlaub in Griechenland vor ca 15 Jahren. Da gab es auch schon jede Menge herrenlose Katzen und Hunde in der Anlage. Es gab auch einen Hund, der jeden Tag bei uns am Bungalow vorbeikam. Ich habe ihm damals den kreativen Namen "Streuner" gegeben und ihm täglich etwas vom Buffet mitgebracht und mein Barbie-Schlauchboot wurde als Wassernapf für ihn umfunktioniert :D


    Und in jedem 2. Blumenkübel lag eine Katzenmama mit Babys..
    Also ja, die Problematik gibt es leider schon seit vielen Jahren :(

  • Wir hatten vorgestern auch ein tolles Bild: Wegen des heftigen Regens waren alle Plätze im Rezeptionsbereich besetzt. Die Leute standen/saßen teilweise auf den Steinstufen. Niemand ging raus, weil es wie aus Eimern goss und das Gewitter tobte. Und mitten in diesem Gewimmel überfüllter Sessel, weinender Kinder, Karten spielender Menschen.... lag seelenruhig eine Katze auf einem der vier Sessel, die um den Tisch herum plaziert waren. Und NIEMAND fand es anstößig. Niemand verscheuchte die Katze. Das war sehenswert.
    Marlis, dein Peta-Bericht ist interessant. Die Katzenhäuser in Alanya sind viel einfacher. Und auch mir kam schon der Gedanke, dass es nur für die Touristen gemacht wird. Aber vielleicht ist es ja ein Anfang.

  • Ich erinnere mich noch an ein Erlebnis in Spanien vor ca. 20 Jahren. Wir, also meine Familie und ich, waren wandern und irgendwann tauchte hinter uns ein Hund auf. Groß, schlank, schwarz - ein schönes Tier. Immer wenn wir stehen blieben, blieb er auch stehen und behielt schön den Abstand bei. Je länger wir jedoch liefen, desto kleiner wurde dieser Abstand und irgendwann lief der Hund fast mit uns. Dann waren wir am Auto. Mein Bruder und ich haben natürlich schon rumgezetert, dass wir den tollen Burschen doch mitnehmen müssen und nicht einfach dalassen können. Meine Eltern wollten das aber nicht, also mussten wir ins Auto steigen. Und als wir dann losfuhren, rannte das Kerlchen hinter uns her. Bis auf 40 km/h hat er es gebracht. Dann haben wir ihn langsam aus den Augen verloren. Ich werd heute noch ganz traurig, wenn ich an diesen Anblick denke... :P



    Auf Kreta wurden mein Mann und ich 2008 auch von einem zuckersüßen jungen Hund verfolgt. Natürlich nicht ohne Grund... Der brauchte keine 3 Sekunden, um zu begreifen, dass ich ihn unheimlich toll fand. :D Der lief mit uns den ganzen Weg bis zum Hotel und wollte am liebsten mit ins Zimmer. Auf dem Weg wurde er von mehreren Ladenbesitzern angegangen, nur weil er bei denen vorbei lief. :(
    Jedenfalls hatte auch dort mal wieder jemand die Vernunft im Gepäck. Ich war das natürlich nicht. Aber mein Mann hat den Hund dann verscheucht. Man, das arme Kerlchen. Mir ging es da auch richtig schlecht. Der schien so froh, dass mal jemand nicht nach ihm trat oder schlug und ihn freundlich ansprach. :P



    Und von Italien weiß ich, dass es auch schon vor über 20 Jahren Unmengen an Katzen gab. Wenn wir dort ein Ferienhaus hatten, hatte ich ständig welche um mich. Ich fand das auch ganz klasse, obwohl das ein oder andere Kleidungsstück drunter leiden musste.

  • Groß, schlank, streunend legt in Spanien schon sehr nahe, dass es ein Galgo war. Wobei der dann noch zu den Glücklichen gehörte, die wenigstens nicht aufgehängt wurden. :P
    Das war damals noch üblicher als heute, da zeigt die Arbeit der Tierschützer (vor allem auch der einheimischen!) doch mittlerweile ein wenig Erfolg. :thumbdown:

  • Ist zwar schon ein alter thread, aber ich grabe ihn aus, weil ich auch etwas dazu zu sagen habe.
    Ich habe vor 30 Jahren ein paar Jahre in Griechenland gelebt. Ja, die Situation war damals genau so!
    Auf den Inseln wurden in der Saison die Tiere von netten Touristen gefüttert und wenn die Saison zu Ende war, wurden sie erschossen, vergiftet oder sind verhungert.
    Ich habe speziell in Athen schon damals, als Griechenland fast noch ein exotisches Reiseziel war, Tierschutz betrieben. Zb. Hundebabys von der Straße aufgepäppelt und sie in gute Hände vermittelt, verletzte Hunde gepflegt, gefüttert, entfloht etc.


    Ich hatte 13 Jahre ein Schäferhündin von Myconos, wo ich mein Lokal hatte. Später in Athen habe ich ganz viele tierliebe GriechInnen kennen gelernt, deren Hunde sogar im Bett schlafen durften und ihr ein und alles waren. Unsere Hunde und wir haben viel schöne Zeit miteinander verbracht.
    Es gab damals dort schon eine Hundezone, da hatte Wien noch nicht einmal einen Gedanken daran.
    Ich habe dort sehr viel Leid und Tierquälerei gesehen und eben auch das genaue Gegenteil kennen gelernt.
    Wir Tierliebhaber haben jeden Tag versucht das Leid etwas zu lindern.
    Ich könnte viele schöne und auch traurige Geschichten erzählen, es ist zwar lange her, aber noch sehr präsent in meiner Erinnerung.
    Ich war nie wieder in Griechenland und trotzdem lebt diese Zeit in meinem Herzen weiter, nicht nur, aber zu einem Großteil wegen der vielen Hunde die mich dort begleitet haben.


    LG Katja


    Ps: Vielleicht bin ich vom Thema abgekommen, aber es war mir ein Bedürfnis darüber zu schreiben. Speziell in dieser Zeit, in der Griechenland täglich in den Medien zu sehen ist.

  • Ich habe dort sehr viel Leid und Tierquälerei gesehen und eben auch das genaue Gegenteil kennen gelernt.


    :thumbdown: ...und das ist ja überall anders genau so: es sind nicht alle Spanier Tierquäler, die Jagdhunde am Baum aufhängen, nicht alle Rumänen vergiften Hunde, sondern es gibt über all auch die, die sich liebevoll um Tiere kümmern.