Betreuung für "Nicht-Alleine-Bleiber" - Wie stellt ihr das an?

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    Betreuung für "Nicht-Alleine-Bleiber" - Wie stellt ihr das an?

    Hallo ihr Lieben,

    Timon kann ja leider nicht, oder sagen wir schlecht, allein bleiben. Zwar arbeiten wir daran (wie an allem irgendwie), aber von Erfolg sind wir noch m-e-i-l-e-n-w-e-i-t entfernt. Ich arbeite zu Hause, daher ist das im Alltag jetzt kein riesiges Problem, dennoch merke ich zunehmend, dass ich organisatorische Probleme bekomme, weil die Momente, wo ich mal für 2,3 Stündchen hundefrei bräuchte, mehr werden. Klar, es gibt hier in der Umgebung eine ganze Reige Dogwalker, die sind aber erstens zumeist in einer Gruppe unterwegs (gar nix für Timon) und zweitens braucht (und will) Timon eigentlich auch niemanden, der ihn hier irgendwie bespaßt oder auslastet. Vielmehr reicht ihm jemand, der einfach nur da ist und ihm immer wieder erklärt, dass das Knacken da hinten rechts nur die Balken sind und der Mann da draußen vor dem fenster ihn ganz bestimmt nicht auffressen will - ihr versteht, was ich meine. :-) Die Omma von Nebenan tut's dann aber leider eben auch nicht, denn der Gute kann schon ordentlich Rambazamba machen, wenn ich gehe und derjenige muss damit irgendwie souverän umgehen können. Möööp!

    Alle "Hundebeschäftiger", die ich damit bis jetzt betrauen wollte, haben dankend abgelehnt. Die meisten waren schon raus, als sie feststellten, dass es eben NICHT ums Spazieren gehen geht... <X Wie regelt ihr das so mit euren Alleinbleib-Verweigerern? (Ich geh mal hoffnungsfroh davon aus, dass es hier den einen oder anderen davon gibt...)
    Liebe Grüße,
    Nadine & der Dicke, der nicht dick ist
    Mag er denn Autofahren und kannst Du ihn problemlos einige Zeit im Auto allein lassen ?

    Noch haben wir es ja nicht zu kalt, vielleicht wäre das eine (Übergangs-) Lösung, bis Du jemanden gefunden hast? smweißnicht

    Wo ist er denn normalerweise zu Hause, wenn er dort allein ist ? Vielleicht fühlt er sich in einer Box oder in einem anderen kleinen Zimmer allein wohler ?
    Nein, er bleibt leider nirgendwo alleine, auch nicht im Auto. Mal davon ab, dass ich selbst kein Auto fahre. Danke trotzdem für die Idee. Er ist normalerweise im Wohnzimmer, dort steht sein Schlafplatz, der ist von 5 Seiten geschlossen und er hat die Tür nicht im Blick. Dennoch kann er sich allein nicht entspannen und reagiert auf jedes noch so kleine Geräusch. Und da das Haus sehr hellhörig ist, sind das viele Geräusche.
    Liebe Grüße,
    Nadine & der Dicke, der nicht dick ist
    Hast du mal versucht, ihm Radio oder TV an zu lassen. Ich hab normalerweise sowieso immer das Radio laufen und das lasse ich auch an, wenn ich die beiden alleine lassen muss. Wenn es in den Abend geht, lasse ich auch im Flur das Licht an.

    Ich hab für Laila aus anderen Gründen ja auch die Entspannungsmusik "through a dogs ear". Die wird auch sehr fürs alleine bleiben (Training und dann auch wirklich alleine bleiben) empfohlen und ich hab dazu sehr begeisterte Berichte gelesen. Andere haben gute Erfahrungen mit dem DAP-Spray gemacht. Das wirkt bei uns absolut nicht, das muss man für jeden Hund ausprobieren.
    Liebe Grüße
    Ulrike

    Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann
    Wie übt ihr denn das alleine bleiben oder wie baut ihr das auf?

    Hier gibt es ein Ritual, einen Duft und ein Signal für das alleine bleiben.

    Bevor wir aus dem Haus gehen, dürfen beide noch mal in den Garten zum lösen - nur wenn wir lange weg sind.....
    dann gehen sie auf ihre Kissen, dort gibt es das Entspannungssignal und ich mach eine Dose auf, in der ein Tuch mit Lavendelduft liegt, das liegt dann offen auf dem Tisch.
    Dann machen wir die Kamera und das Babyphon an, ziehen uns an und für beide gibt es noch ein paar Leckerchen, dann heißt es "Bis später" und wir gehen.

    Das ganze haben wir Minutenweise aufgebaut und am Anfang täglich mehrmals. Grad in Situationen wo die Hunde entspannt waren, einfach aufgestanden...alles durchgespielt und kurz Müll weggebracht oder ums Haus gelaufen etc.

    Beim Nach Hause kommen haben die Hunde auch ein Ritual gelernt, sie schnappen sich ein Spielzeug und laufen damit herum, das ganze dient dazu Übersprungshandlungen zu vermeiden. Wir beachten die beiden nicht groß, kurzes über den Kopf streicheln und reingehen, erst wenn beide ruhig sind, gibt es Ansprache und normalen Alltag.

    Was ich seit einiger Zeit ausprobier ist das "Relaxo Dog". Funktioniert bei Neo super gut, er fährt schnell runter und schläft auch schnell und tief ein. Bei Holly zeigt es bei Gewittern auch schon leichte Wirkung.
    Wenn es lang genug aufgebaut ist, dann kann man es auch zum alleine bleiben einsetzen.
    LG Martina und tierische elf Pfoten
    Er kommt einfach nicht zur Ruhe, wandert im Wohnzimmer umher und bellt alles an, was irgendwie einen Ton macht.

    Der Trainingsplan arbeitet im Endeffekt auf das von Martina beschriebene Verfahren hinaus. Das setzt aber voraus, dass der Hund überhaupt
    zuverlässig in den Zustand der Entspannung kommt und da geht's bei
    Timon schon los. Der liegt zwar in seiner Box/auf seinem Schlafplatz,
    wenn ich da bin, aber beim allerkleinsten Geräusch schreckt er hoch und
    vergewissert sich, dass alles gut ist. Da reicht ihm inzwischen oft ein
    Blick zu mir und wenn es mich nicht weiter kratzt, ist er zufrieden und
    schläft weiter. Ist aber niemand erreichbar, wird er unsicher und
    beginnt zu bellen. Da hilft ihm auch angestellte Musik nicht, wenn ich
    die so laut stelle, dass er die anderen Geräusche nicht mehr wahr nimmt,
    bekomme ich Ärger mit den Nachbarn. ;-)

    In der alten Wohnung
    waren wir zwischenzeitlich so weit, dass ich eine ganze Weile in ein
    anderes Zimmer gehen konnte und er einfach liegen blieb. Der Umzug hat
    uns da einen ganzen Weg wieder zurück geworfen, wohl auch, weil wir
    jetzt zwar ruher wohnen, nun allerdings "Obermieter" haben, die ständig
    irgendwelche Geräusche machen.

    Ich weiß, man kann das alles
    trainieren und aufbauen und ich sehe ja auch, dass es langsam, ganz
    langsam voran geht. Fakt ist aber, dass wir ganz viel Gedulb brauchen
    werden und es einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Und da liegt mein
    hauptsächliches Problem: Was mache ich in der Zwischenzeit??
    Liebe Grüße,
    Nadine & der Dicke, der nicht dick ist
    Das sind echt schierige Fragen und erst recht eine schwierige und sicher super anstrengende Zeit für Dich. Ich erinnere mich, dass ich mit Lucy und auch mit Fiete auch Zeiten hatte, wo ich dachte, es geht nicht, ich schaffe das nicht, wirklich nicht. Ich habe zum Glück Hunde, die alleine bleiben können, der Hund der am meisten dabei leidet ist Lucy! Wäre es nicht so, wäre ich echt an einer Grenze. wüsste nicht - oder hätte nicht gewusst - wie ich das dann alles schaffen könnte. Denn unweigerlich muss fast jeder Hund ja mal alleine bleiben.

    Am ehesten fällt mir Lucy und Lucys Situation als sie kam ein, anders, aber vielleicht doch ein wenig vergleichbar. Lucy hatte anfangs ja so extreme Ängste, dass weder an Gassi gehen noch an Auto fahren zu denken war. Ich war aber damals Berufspendlerin, wegen smilla und Gassi gehen während der Mittagspausen insgesamt täglich 12-13 Stunden wegen der Arbeit unterwegs. Gedacht war ja eigentlich, Lucy kommt mit, verbringt manche Stunde mit Smilli gemeinsam in einem Nebenraum meiner Praxis. Indenkbar. Einmal nahm ich sie mit, hatte aber das Gefühl, sie könnte auch sterben, solchen Stress und solche Angst ahtte sie. Über eine Freundin hat dann eine junge Studentin tagsüber auf sie aufgepasst. Nun war Lucy still, nicht so aufgedreht und unruhig wie Timon. So konnte die Studentin während dem lernen. Auch eine hundeliebende Nachbarin bot sich an. Sie war nicht eigentlich toll geeignet, aber auch keine Katastrophe und kam kostenlos, die Studentin habe ich bezahlt. Das war ziemlich teuer danals. Ich wusste, dass sie nach den Semesterferien nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Da gab es dann Überlegungen, ob ich im Tierheim nachfrage, ob ein erfahrener Gassigänger dort, gegen nicht zu viel Gekd auf sie aufpasst. Auch ebay Kleinanzeigen kam infrage, und ich habe auch in der Hundeschule von Smilla nachfragen wollen, ob jemand kommen könnte. Da hatte sich aber die Nachbarin angeboten., öfter zu kommen. Das ging so lange gut, bis Lucy anfing, sich an Smilla und mich zu binden, dann hat sie viel geweint, gelitten. Dann ging das nicht so. Letztlich half es, dass sie über ihren Schatten springen musste. Sonst hätte ich irgendwann nicht weiter gewusst.

    Ob die vielen Belastungen für Dich dauerhaft zu bewältigen sind, das kann man so ja von außen nicht sagen. Ich wünsche es Euch schon. Eine Überlegung, die mir noch kam, war ob es Sinn macht, kleine Übungseinheiten einzubauen und das Alltagstraining darauf zu beschränken. Keine Ahnung, ob die, die über Euch wohnen nett genug sind, damit ihr drein 5 Minuteneinheiten am Tag absprechen könnt, wo sie da oben die Geräusche machen, die für Timon schwierig auszuhalten sind, bzw. welche. von den vielen Geräuschen machen, die ihr vorher absprecht und Du in diesen 3x 5 Minuten desensibilisierend mit ihm arbeitest. Plus irgendeinen Menschen suchst, der nicht professionell sondern aus anderen Gründen für eher weniger Geld Zeit da verbringt, vielleicht auch in Dein Desensibilisierungstraining eingewiesen wird.

    I h kann mir bisher laum vorstellen, wie ihr es biisher hinbekommt, ehrlich gesagt?
    Bis jetzt haben wir alle Dinge, wo er allein bleiben müsste, irgendwie vermeiden können. Oder einer ist notgedrungen mit ihm zu Hause geblieben. Zweimal konnten wir ihn bei Freunden lassen. Blöderweise sind fast alle Freude, die ursprünglich angeboten hatten ihn mal zu nehmen, jetzt raus, weil sie sich selbst nen Hund angeschafft haben.

    Es wird wohl sarauf hinaus laufen, dass ich ne Kleinanzeige schalten werde in der Hoffnung, jemanden zu finden, der ihn mal nehmen kann.
    Liebe Grüße,
    Nadine & der Dicke, der nicht dick ist
    Vielleicht gibt es dort wo sich welche zum Trainer ausbilden lassen (Hundeschulen, Studienlehrgänge zum Tier Psychologen) geeignete Personen. Die könnten einmal selber davon profitieren und zum anderen euer Hund. Es gibt ja auch Hundetrainer die zu Hause auf den Hund aufpassen und dann evtl. gleichzeitig das Training mit dem Alleinsein für euch übernehmen?
    Eine Frage wäre es wert.
    Liebe Grüße Petra wcurtsey.gif
    Mit Leni hat sich hier ja noch ein Hund angemeldet, äh, sein Frauchen sich angemeldet, wo das alleine bleiben müssen ein riesiges Problem ist. Und da kam mir die Idee, ob sich - ganz allgemein - vielleicht noch jemand mit dem gleichen Problem finden ließe und bei ausreichender Verträglichkeit man sich gegenseitig entlasten könnte: also jeweils mal den Hund der anderen hüten und dafür den eigenen auch mal da lassen können. Vielleicht ist das ne Schwachsinnsidee, <X , aber vielleicht auch nicht smweißnicht ?

    Sabrina schrieb:

    Wie geht es dir denn dabei, wenn du timon alleine lassen musst? Ist das für dich selbstverständlich, dass du auch mal ohne Hund das verlassen willst?


    Nicht "muss", ich WILL den alleine lassen. Ja, ich finde, das sollte selbstverständlich sein und es war auch eigentlich ich fest eingeplant, dass Hundi auch mal allein bleibt. Tja, da hat Timon die Stellenbeschreibung wohl nicht so richtig gelesen...
    :-)
    Liebe Grüße,
    Nadine & der Dicke, der nicht dick ist

    freddylein schrieb:

    Nadine, Du schaffst das !!

    Tschakka! :-)

    claire schrieb:

    Ich hab für Laila aus anderen Gründen ja auch die Entspannungsmusik "through a dogs ear". Die wird auch sehr fürs alleine bleiben (Training und dann auch wirklich alleine bleiben) empfohlen und ich hab dazu sehr begeisterte Berichte gelesen. Andere haben gute Erfahrungen mit dem DAP-Spray gemacht. Das wirkt bei uns absolut nicht, das muss man für jeden Hund ausprobieren.

    Hab gerade mal danach gesucht und festgestellt, dass ich das auch auf Apple Music streamen kann. Cool, dann kann ichs ganz einfach testen. *freu* DAP funktioniert hier ganz gut, um eine Grundruhe reinzubekommen. Wir haben den Verdampfer in der Steckdose. Ohne wechselt er hier alle 5 Minuten den Schlafplatz, mit kann er wirklich auch mal entspannt da liegen, wenns nicht grad knackt und knallt.
    Liebe Grüße,
    Nadine & der Dicke, der nicht dick ist
    Das hatte uns die Trainerin auch als "Aufgabe" gegeben. Die von ihr vorschlagenen Düfte fand Timon vorsichtig gesagt "nicht so toll" (er musste sich übergeben...), daher hab ich das bis dato noch nicht weiterverfolgt. Blumen mag er aber total gern schnuppern, vielleicht klappts ja mit der Rose. Werd ich mal testen! Hätt ich ja auch mal allein drauf kommen können...

    Ansonsten habe ich jetzt ne Ausschreibung bei Leinentausch aufgegeben und eine bei den Kleinanzeigen. Vielleicht ergibt sich was. Das Problem ist jetzt echt das einzige, was ich unbedingt lösen muss. Dann kann ich auch wieder entpannt an das Training gehen. Blöderweise hab ich grad erst einen Termin reinbekommen am 20.9., wo Timon nicht mit kann. Das ist schon in 7 Tagen und hängt mir echt im Nacken. Hmpf! Also falls die Berlin/Brandenburger hier zufällig was hören (manchmal gibt's ja Zufälle, die Hoffnung stirbt zuletzt), wär ich für einen Tipp sehr dankbar.
    Liebe Grüße,
    Nadine & der Dicke, der nicht dick ist